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Strategien für den Online-Möbelmarkt
Sonstiges 13.10.2012
Sonstiges 13.10.2012

Strategien für den Online-Möbelmarkt Händler sollten stationäre Vorteile ausspielen

Ein eigener Webshop ist längst nicht für jeden Möbelhändler der richtige Weg, das Internet in sein Geschäft zu integrieren, weiß Dennis Mittelmann, Gründer der Marketingagentur Trendview und Betreiber des Einrichtungsportals Planungswelten.de: "Vielmehr gilt es für den Handel, die Strategien weiter auszubauen, bei denen das Internet als Vertriebs- und Kommunikationskanal integriert ist." Er präsentiert fünf Ansätze.

1. Multichannel: Erklärungsbedürftige und konfigurierbare Produkte können im Web präsentiert und im stationären Geschäft unmittelbar erlebbar gemacht werden. Dieses Prinzip hat beispielsweise der stationäre Händler Porta mit einem Online-Raumplaner umgesetzt. Umgekehrt suchen auch immer mehr Online Pure Player den Weg ins stationäre Geschäft, vor allem, um dieses als Showroom zu nutzen. Ein Beispiel dafür ist Sitzfeldt: Seit März 2011 lässt der Web-Händler seine Kunden auch real probesitzen. Der US-Matratzenhändler Coco-Mat geht noch einen Schritt weiter und inszeniert das Produkterlebnis mit Schlafsuiten, in denen sich die Kunden im Praxistest vom Produkt überzeugen können - privates Bad, Hifi-Anlage, Fernseher und Espresso nach dem Aufwachen inklusive. Auch Shop-in-Shop-Lösungen, wie die Kooperation der Otto-Tochter DYK360-Küchen mit Euronics, bei der in ausgewählten Euronics-Fachgeschäften DYK360-Küchen und Zubehör angeboten werden, gehen in diese Richtung.

2. Lokale und mobile Internet-Nutzung: "Hierbei ist niemand besser positioniert als die lokal bekannten Möbelfachgeschäfte", unterstreicht Mittelmann. Klassische Print-Marketingaktionen wie der Gutschein im Wochenendprospekt können über mobile und lokale Aktivitäten verlängert werden, um neue Zielgruppen in die Läden zu locken. Das Dänische Bettenlager hat seine Prospekte etwa mir QR-Codes versehen und bietet eigene AR (Augmented Reality) Apps an, mit denen User mit ihrem Handy Möbelstücke in ihrer eigenen Wohnung begutachten können. Der Ikea-Katalog setzt ebenfalls auf AR, um Möbel und Funktionen in 3D zu zeigen.

3. Spezielles Online-Produktportfolio: "Stationäre Händler können leichter als der klassische Internet-Handel ein spezielles Online-Portfolio definieren und es gezielt im Netz anbieten", rät Mittelmann. Frequenzartikel wie die 2-Euro-Tasse von Rosenthal, für die Käufer in Scharen in die Möbelhäuser ziehen, wo sie im besten Fall auch gleich ein Möbelstück kaufen, funktionieren online nicht. Niemand kann von 2-Euro-Warenkörben leben. Spezielle Artikel, hochpreisige Marken und Accessoires dagegen funktionieren. So setzt Lambert Home auf eine eigene Kollektion, um sich bewusst von "typischen Hochwertklassikern" abzugrenzen.

4. Kontaktgenerierung: "Ansätze, wie qualifizierte Kontakte im Internet für den Fachhandel zustande kommen, können gezielt platzierte Kontaktformulare, Online-Planungshilfen für die Wohnung, Online-Küchenplaner oder spezielle Abverkaufsangebote aus dem Geschäft sein", sagt Mittelmann.

5. Social Media Marketing: Auch hierbei gibt es crossmediale Ansätze zwischen On- und Offline-Kommunikation, wie Incentives für Facebook-Fans, was vor allem für kleinere regionale Händler Potenzial bietet. Mittelmann: "Hier denke man nur an Events, spezielle Beratungsangebote, Kochevents etc. Welcher Webshop kann das schon?"

Wie sich stationäre Möbelhändler fürs Web rüsten, welche Online-Strategien große Handelskonzerne im Möbelmarkt verfolgen und was Online Pure Player beim Möbelhandel machen, erklärt INTERNET WORLD Business im Dossier "Möbelhandel im Internet".

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