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Großer Schwerpunkt E-Payment auf der Internet World
Sonstiges 10.06.2009
Sonstiges 10.06.2009

Großer Schwerpunkt E-Payment auf der Internet World

E-Payment ist eines der zentralen Themen der Internet World Ausstellung, die zusammen mit dem großen Internet World Kongress am 23. und 24. Juni im Internationalen Congress Centrum München (ICM) stattfindet. Funktionierende Zahlungssysteme im Internet sind der Grundstein für den flüssigen Warenverkauf über das Internet. Die Bezahlung per Kreditkarte ist derzeit weltweit auf dem Vormarsch, belegen Untersuchungen. Laut aktuellem "Pago Report 2008" des E-Payment-Dienstleisters Pago stieg der Anteil an Transaktionen, die per Plastikkarte beglichen wurden, binnen eines Jahres von 28 auf 36 Prozent. Aber auch alternative Bezahlungssysteme wie Prepaid oder Micropayment gewinnen allmählich an Bedeutung.

Elektronische Lastschrift verliert

Die Zunahme bei Kreditkartenzahlungen geht vor allem zulasten der Elektronischen Lastschrift, die zwar mit 44,4 Prozent immer noch die beliebteste Zahlart der deutschen E-Commerce-Consumer ist, jedoch über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verloren hat. Größter Gewinner ist die erstmalig separat ausgewiesene Zahlart Giropay, die bei ihrem Start noch in der Kategorie „andere Zahlarten“ (2005/06: 2,6 Prozent) aufgelistet wurde. Bereits ein Jahr später beglichen deutsche Kunden schon 14,6 Prozent aller Transaktionen auf diese Weise. Die Studienautoren erklären, dass diese Entwicklung auf die hohe Zahlungssicherheit, jedoch auch auf logistische Vorteile zurückzuführen ist. So ist eine Warensendung gegen Vorkasse ins Ausland zwar durchaus möglich, aber in aller Regel mit sehr hohen Kosten und Risiken verbunden.

In Großbritannien und dem restlichen Europa dagegen spielen andere Zahlarten als die Kreditkarte – und hier vornehmlich Visa und Mastercard – kaum eine Rolle. Britische Käufer nutzen bereits zu 8,5 Prozent die neue Onlinezahlart Maestro, im übrigen Europa taucht bei jeder zehnten Transaktion das Lastschriftverfahren auf.

Onlinehändler, die die Kreditkartenzahlung anbieten, dürfen darüber hinaus auch auf besonders prall gefüllte Warenkörbe hoffen. Im Schnitt 80,59 Euro ist jeder Warenkorb wert, der mit der Plastikkarte bezahlt wird. Gegenüber der Vorjahresstudie ist dieser Betrag jedoch rapide gesunken. Damals freuten sich die Händler noch über durchschnittliche Bestellsummen von 101,55 Euro. Eine Erklärung für diesen ungewöhnlich hohen Warenkorbwert sehen die Pago-Analysten in der Fußballweltmeisterschaft 2006. Damals kauften besonders viele ausländische Käufer in deutschen Shops ein – und deren Geldbeutel saß aufgrund des Fußballfiebers „etwas lockerer als sonst“.

Alternativen machen den Unterschied

Viele Kunden sind bereits bei dem einen oder anderen Zahlungsanbieter angemeldet, ein Großteil davon will sich allerdings nicht zusätzlich bei immer neuen Dienstleistern anmelden. Deshalb sollten Shopbetreiber möglichst viele verschiedene Zahlungsdienste anbieten, um so einen maximalen Kundenservice zu bieten. Besonders für Kunden, die außerhalb der nationalen Grenzen liegen, kann ein solches Angebot entscheidend sein. Nicht zuletzt, da gegenwärtig einige der Zahlungsdienstleister auf europäischer und teils sogar globaler Ebene expandieren und so immer weiteren Kundenkreisen verfügbar werden.

Auch Prepaidmodelle gewinnen an Bedeutung. Dieses Verfahren erlaubt Kunden ohne Angabe ihrer Bankkonto- oder Kreditkartendaten über das Internet Geschäfte abzuschließen. Solche Verfahren könnten im Zuge ansteigender Fishing-Fälle noch Bedeutsamer werden. Zudem erlaubt dieses Verfahren Zahlungen aus Ländern, deren Kreditinstitute nicht allgemein anerkannt beziehungsweise akzeptiert werden. Die Prepaidguthaben werden in Analogie zu den Handyguthaben beispielsweise über ein Kiosknetz vertrieben.

Mobile-Payment steht vor dem Durchbruch

Bis 2011 rechnen die Unternehmensberater von Mücke, Sturm & Company damit, dass die bestehenden Hürden für mobile Zahlungsdienste überwunden werden können. Mobilfunkbetreiber könnten dadurch bei einem angenommenen Kundenstamm von zehn Millionen im besten Falle bis zu 240 Millionen Euro Umsatz generieren. Die technische Basis für derartige Lösungen existiert bereits in Form von modernen SIM-Karten. Eine der größten Hürden stellt jedoch die unklare Rollenverteilung der Beteiligten dar. Chiphersteller, Mobilfunkbetreiber, Händler und Banken müssten hierzu einen Business Case aushandeln, der die einzelnen Rollen genau beschreibt, somit könnte das System am schnellsten zur Massentauglichkeit gebracht werden.
Shoppingzeiten verändern sich
Bei der Analyse des Kaufverhaltens im Web an sich zeigt der aktuelle „Pago Report“ eine Verschiebung bei den Shoppingzeiten. War in den vorausgehenden Erhebungen der Mittwoch der umsatzstärkste Tag, so bekommt jetzt zunehmend das Wochenende diesen Stellenwert: In allen untersuchten Shops stieg der Anteil am Samstag von 12,62 Prozent auf 13,70 Prozent, am Sonntag von 11,82 Prozent auf 13,30 Prozent. Der Trend zum Freizeitshopping zeigt sich auch bei der Analyse der bevorzugten Einkaufsuhrzeit: Lag der Spitzenwert in der Vergangenheit in der Mittags-/Nachmittagszeit, so kristallisieren sich jetzt die Abenstunden zwischen 20 und 22 Uhr als Rushhour des E-Commerce heraus.

Die Datengrundlage für den „Pago Report 2008“ bildet die Auswahl von rund dreißig Millionen Kaufvorgängen, die zwischen Oktober 2006 und September 2007 über die Pago-Plattform abgewickelt wurden.

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