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Strategien für eine internationale Expansion im E-Commerce
Sonstiges 12.04.2011
Sonstiges 12.04.2011

Strategien für eine internationale Expansion im E-Commerce Globaler Shop oder individuelle Länderstores?

Um sein Geschäft auch im Ausland aufzuziehen, bieten sich für Unternehmen sehr verschiedene Möglichkeiten. Welche Strategie man wählt, hängt primär davon ab, welchen Aufwand betreiben kann. Das sagte Andreas Schwend, geschäftsführender Gesellschafter von dmc, auf dem Internet World Kongress.

Wenn man sich über eine Expansion Gedanken macht, stellen sich einige Fragen. Zunächst einmal ist wichtig zu entscheiden, in welche Märkte man mit welchen Sortimenten expandieren will. Danach müsse geklärt werden, ob die Software, die Organisation und auch das Fullfilment und Retourenmanagement dafür ausgelegt seien, erläutert Schwend.

Für die Expansion böten sich verschiedene Strategien an. So könne man mit einem globalen Store ebenso erfolgreich sein wie mit individuellen Onlineshops für jedes Land. Der Universalshop habe den Vorteil, dass die Wartung relativ gut überschaubar sei, da die Produkte beispielsweise nur in Englisch verfügbar sind. Zudem koste ein Produkt X in jedem Land gleich viel. Damit werde auch das Kostenrisiko beim Versand vorhersehbarer.

Ein wesentlicher Nachteil bei den Universalshops sei aber ihre schlechte Suchmaschinenoptimierbarkeit, da der Shop nicht auf Begriffe in der jeweiligen Landessprache optimiert werden könne. Andererseits bleibe der Aufwand in Sachen Contentübersetzung und Suchfunktion gering. Mitunter könne die Übersetzung automatisiert im Content Management System vorgenommen werden. Das erspare die manuelle Übersetzung jeder einzelnen Seite und jeden Produkts. Das könne aber zu Problemen mit dem Layout führen, so Schwend. In Westeuropa läuft Französisch besonders weit, aber das Polnische läuft sogar noch anderthalb Mal länger als Französisch. Damit seien sehr schlanke Navigationen fast unmöglich.

Unternehmen, die mit der Internationalisierung beginnen, halten sich dabei häufig an diese Reihenfolge:

1. Sprachen anpassen

2. Zahlungsverfahren an die Landesgewohnheiten angleichen

3. AGB modifizieren

4. Preisangaben an die Vorgaben anpassen

5. Impressum an die rechtlichen Vorgaben angleichen

6. Produktbeschreibungen übersetzen

Recht selten wird Schwend zufolge das Layout an das jeweilige Land angepasst, denn das ist vergleichsweise umfangreich. In Hinblick auf die angedachte EU-Richtlinie, die Händler dazu verpflichten würde, in alle EU-Staaten zu versenden, rät er zur Ruhe. "Da kann man gespannt sein, ob das in der Form kommen wird." Letztlich könnten Händler das aber mit einem einheitlichen Global Store oder in den Ländershops über die Versandkosten regeln.

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