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getgoods.de ist insolvent
Sonstiges 14.11.2013
Sonstiges 14.11.2013

Investorengespräche gescheitert getgoods.de ist insolvent

Vor drei Wochen hatte getgoods.de noch stolz die Übernahme von 004 Trading sowie deren Tochtergesellschaften Technikwelt und Vertixx verkündet, heute hat sich der Online-Händler zahlungsunfähig gemeldet.

getgoods.de ist zahlungsunfähig, nachdem die Investoren dem Online-Handelshaus kein weiteres Kapital zur Verfügung gestellt haben. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Die Insolvenzanträge für die AG und die getgoods.de Vertriebs GmbH sollen in Kürze gestellt werden.

Die Aktiengesellschaft betreibt die Online-Shops getgoods.de, hoh.de oder handyshop.de sowie Plattformen auf Amazon und eBay. Der Produkt-Fokus liegt neben Handys, Smartphones, Festnetztelefonen, Notebooks, Tablets auch auf Unterhaltungselektronik und weißer Ware. Für die übrigen Gesellschaften des getgoods-Konzerns wird aktuell die Insolvenzsituation noch abschließend geprüft. Der Geschäftsbetrieb soll aufrechterhalten werden. Was aus rund 200 Mitarbeitern an den Standorten Frankfurt/Oder, Düsseldorf, Berlin und Augsburg wird, ist noch nicht klar. Mehr als die Hälfte der Aktien, nämlich 58 Prozent, sind im Besitz des Managements, 22 Prozent hält ein Investor, der Rest ist im Streubesitz.

Die Insolvenz kommt überraschend: Im August 2013 hatte getgoods.de noch positive Halbjahreszahlen gemeldet: Der Umsatz war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 um 30 Prozent auf 224 Millionen Euro gestiegen, der Konzernüberschuss betrug 1,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war er jedoch noch fast doppelt so hoch gewesen. Im September hatte das Unternehmen alle Anteile an Pauldirekt erworben, einem Shoppingclub für Männer, und im Oktober 004 Trading sowie deren Tochtergesellschaften Technikwelt und Vertixx aufgekauft.

Vor der Insolvenz gerettet haben die Gesellschafter vorläufig die Weltbild-Gruppe. Diese erhält 60 Millionen Euro Kapital und damit Liquidität fürs Weihnachtsgeschäft. Seine Zukunft sucht das Unternehmen in der Digitalisierung des Buchgeschäfts. Gewinne soll es frühestens im Jahr 2015 wieder geben.

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