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Stephan Schambach verrät elf E-Commerce-Trends der Zukunft
Sonstiges 06.10.2011
Sonstiges 06.10.2011

Stephan Schambach verrät elf E-Commerce-Trends der Zukunft "Vom Experiment zur unverzichtbaren Strategie"

Die Halle 6.1 war voll, als Demandware-Gründer Stephan Schambach auf dem Versandhandelskongress in Wiesbaden seine elf Thesen zur Zukunft des E-Commerce vortrug. Branchenkenner sollten allerdings auch schon davor zumindest davon gehört haben.

1. E-Commerce entwickelt sich vom Experiment zur unverzichtbaren Strategie

"Dass E-Commerce wächst, sieht jeder", sagte Schambach. Und die Wachstumskurven stiegen weiter steil nach oben. "Bis zum Jahr 2025 wird der Online-Handel einen Anteil von 25 Prozent am gesamten Einzelhandelsumsatz haben, vielleicht auch schon früher. Und es wird der profitabelste Kanal und der wichtigste Profit-Bringer werden."

2. Alles wächst zusammen. Content ist die gemeinsame Währung

Allen Marken gehe es darum, Nutzern ein integriertes Kundenerlebnis zu bieten. Doch warum falle dies so vielen so schwer? "Es gibt technische Barrieren", sagt Schambach. "Stand heute gibt es noch kein Standard-Tool dafür, in Zukunft wird es das geben. Unter anderem arbeiten wir daran." Darüber hinaus sei die Geschwindigkeit der Veränderung sehr hoch. "Es gibt jedes Jahr einen Trend, der alles ändert. Letztes Jahr war es Mobile, dieses Jahr ist es Social Commerce", so der E-Commerce-Profi. Doch sei IT nicht die Kernkompetenz von Händlern oder Markenherstellern.

3. Kanalkonflikte werden über Multi-Channel-Orientierung gelöst

Unternehmen müssten Verantwortlichkeiten klären. "Es gibt viele neue Disziplinen, für die es in traditionellen Organisationsstrukturen noch keinen Platz gibt", sagt Schambach. Unternehmen müssten eine Kultur einführen, die damit umgehen kann.

4. Traditionelle Organisationsgrenzen verschwimmen. Manager mit digitaler DNA erobern die Spitze

Viele traditionelle Retail-CEOs kämen nicht aus der digitalen Welt und würden zunehmend durch solche ersetzt, die die digitale Welt besser verstehen.

5. Webshops aus der Cloud gewinnen an Bedeutung

Cloud-Software ermögliche es den Unternehmen, sich auf Ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, weniger von IT abhängig zu werden, kosteneffizienter zu arbeiten und von den innovativen Ideen der Community zu profitieren.

6. Online-Marketing stiehlt klassischer Werbung die Show

In der Verlagsbranche herrsche großes Zeitungssterben, TV-on-demand mache die klassische TV-Werbung obsolet und junge Zielgruppen seien besser über iPad und Computer als über Zeitschriften zu erreichen.

7. Mobile wird wieder alles ändern - und zwar ziemlich schnell

Damit meint Schambach nicht die Umsätze, die mobil generiert werden, sondern eher die Einbettung mobiler Geräte in den stationären Handel. "Die Medien erklären den Menschen gerade, was sie mit ihrem Smartphone alles machen können", sagt Schambach. In fünf Jahren sehen Desktops und Laptops nicht mehr so aus, wie wir sie heute kennen. "Sie haben vielleicht eine Touchscreen-Oberfläche und eine Batterielebensdauer von mehreren Tagen. Computing konzentriert sich zunehmend auf mobile Endgeräte. Online-Händler müssen sich darauf einstellen, dass die Online-Shops, die sie heute haben, dann nicht mehr funktionieren."

8. Social Networks verändern den Handel erdbebenartig

Noch allerdings gebe es kein wirklich funktionierendes Geschäftsmodell für Social Commerce, räumt Schambach ein. Es sei aber an der Zeit, zu experimentieren.

9. Globalisierung für alle

Konsumenten akzeptieren nicht mehr, dass E-Commerce an der Landesgrenze Halt macht. Es gebe Dienstleister, die den globalen Versand kostengünstig realisieren könnten.

10. Shops nutzen Personalisierung zur Abgrenzung vom Wettbewerb

"Standardprodukte verkaufen, kann jeder", sagt Schambach. Doch Kunden wollen sich durch Produkte individuell präsentieren. Das sei eine Chance für den Online-Handel, den ein stationäres Geschäft nicht habe.

11. Online-Zahlmethoden werden sich international angleichen

Die aktuelle Situation, dass für jedes Land andere Zahlmethoden angeboten werden müssen, würde sich schnell ändern. "Sprechen Sie mit Ihrem Payment-Dienstleister darüber", so Schambach.

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