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Einkaufen per Smartphone boomt
Sonstiges 20.09.2013
Sonstiges 20.09.2013

Studien zu Mobile Payment Einkaufen per Smartphone boomt

Noch in diesem Jahr wird die Summe der über mobile Bezahlmethoden abgewickelten Transaktionen die Marke von 235 Milliarden US-Dollar überschreiten. Vor allem der Geldtransfer und das Bezahlen von Waren wird die Akzeptanz mobiler Paymentlösungen ankurbeln. Auf dem Vormarsch sind mobile Bezahlmethoden auch in Deutschland.

Für das Jahr 2013 erwartet das Research-Unternehmen Gartner mobile Bezahltransaktionen in Höhe von 235,4 Milliarden US-Dollar. Das sind 44 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig wächst auch die Zahl der Nutzer von mobilen Bezahlmethoden und soll Ende dieses Jahres 245,2 Millionen betragen; im vergangenen Jahr waren es 200,8 Millionen. "Wir prognostizieren, dass das Volumen und der Wert mobiler Bezahltransaktionen zwischen 2012 und 2017 durchschnittlich um 35 Prozent wachsen wird", so Sandy Shen, Research Director bei Gartner. "Wir erwarten für das Jahr 2017 einen Markt in Höhe von 721 Milliarden US-Dollar mit mehr als 450 Millionen Nutzern."

Vor allem Geldtransfer und mobile Käufe werden der Analyse zufolge mit 71 Prozent und 21 Prozent den Großteil des mobilen Bezahlmarkts des laufenden Jahres ausmachen. Die Transaktionsvolumen bei den Geldtransfers nehmen beständig zu, da die Serviceangebote auch auf Grund der geringen Gebühren stärker angenommen werden als die von traditionellen Banken.

Rechnungen werden vermehrt per Handy bezahlt

Aber auch das Zahlen von Rechnungen soll im Jahr 2013 stärker über mobile Bezahlanbieter laufen. Gartner erwartet in diesem Bereich eine Steigerung von 44 Prozent. Hier sind vor allem die Nutzer in den Entwicklungsländern die Treiber des Wachstums, die diese Bezahlmethode stärker in Anspruch nehmen, als von den Analysten bisher erwartet. Dementsprechend wachsen die Märkte Asien/Pazifik besonders stark und erreichen noch dieses Jahr eine Transaktionsgesamtsumme von 74 Milliarden US-Dollar. Auch in Afrika wächst der Markt weiter - bis auf 160 Milliarden US-Dollar.

Daneben sehen die Märkte Nordamerika und Westeuropa eher bescheiden aus: In Nordamerika soll zwar das Transaktionsvolumen im Jahr 2013 um 53 Prozent wachsen; die Gesamtsumme beträgt aber nach Einschätzung der Studie "nur" 37 Milliarden US-Dollar. In Westeuropa erwartet Gartner eine Gesamtsumme von 29 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr. Im vergangenen Jahr lag sie bei 19 Milliarden US-Dollar.

Mobile Bezahldienste verdrängen Rechnung und Kreditkarte

Die mobilen Payment-Dienstleister überholen in diesem Jahr erstmals die mobilen Angebote traditioneller Bezahldienste. So bezahlen aktuell bereits 44 Prozent der Nutzer über diese Dienstleister. Damit ist der Kauf per Rechnung oder Kreditkarte seit diesem Jahr nicht mehr die häufigste Bezahlform für mobile Einkäufe. Zu diesem Ergebnis kommen der Bundesverband des Deutschen Versandhandels und die Creditreform Boniversum in ihrer gemeinsam durchgeführten Sonderbefragung "Mobiler Einkauf und Bezahlung mit dem Smartphone".

Einer Umfrage des mobilen Payment-Anbieters Paypal zufolge ist die überwältigende Mehrheit der Deutschen den mobilen Bezahlangeboten gegenüber aufgeschlossen - jedenfalls würden 90 Prozent der Deutschen am liebsten ohne ihre Geldbörse einkaufen gehen.

Studien zu Mobile Payment

In Deutschland ist mobiles Bezahlen sehr beliebt: Jeder fünfte Befragte würde unterwegs lieber sein Smartphone für Zahlungen nutzen und seinen Geldbeutel zu Hause lassen, wenn er sich entscheiden könnte. In den USA würde sogar jeder Dritte auf den Geldbeutel verzichten. Mehr als 80 Prozent der Deutschen haben jedoch das Gefühl, sich noch nicht von ihrem Geldbeutel trennen zu können - dabei wünschen sich 90 Prozent, ihn zugunsten einer digitalen Geldbörse zu Hause lassen zu können. Das zeigt eine von Paypal in Auftrag gegebene Online-Umfrage zum Thema "Payment Pain Points".

Während deutsche Verbraucher also sehr an der Zukunft der digitalen Zahlung interessiert sind, scheinen Unternehmen in Deutschland noch hinterher zu hinken: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) berichten, dass sie sich schon einmal gegen einen Einkauf entscheiden mussten, weil sie kein oder nicht genug Bargeld dabei hatten. 19 Prozent der Umfrageteilnehmer geben sogar an, dass ihnen dies bereits häufiger passiert ist. 

Interessant ist auch die Antwort auf die Frage, was nach dem Bezahlen eigentlich mit dem Kleingeld der Befragten geschieht: Die Mehrheit der US-Amerikaner, Briten, Kanadier und Australier legt ihr Kleingeld in eine Spardose, die meisten deutschen Umfrageteilnehmer (62 Prozent) behalten ihr Kleingeld lieber direkt im Geldbeutel. Sie tragen ihr Kleingeld immer bei sich - die digitale Geldbörse würde ihr Leben also spürbar erleichtern.

"Es geht uns nicht darum, Bargeld oder Kreditkarten durch eine neue Zahlungsmethode zu ersetzen. Vielmehr möchten wir innovative Technologien einsetzen, um reale Shopping-Schwachstellen zu lösen", sagt David Marcus, CEO von Paypal. "Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Indem wir ein Problem des Kunden lösen, generieren wir sowohl für Händler als auch den Endkunden einen Mehrwert. Wir arbeiten an der Entwicklung von Produkten, die das Leben leichter machen und setzen alles daran, unseren Kunden eine sichere und flexible Lösung für das alltägliche Bezahlen zu bieten." 

Im Rahmen der Studie wurden jeweils 1.000 Kredit- und Debitkartenbesitzer in Deutschland, USA, Großbritannien, Kanada und Australien online befragt.

Trotz aller Zuwächse ist das Thema Mobile Payment allerdings nach wie vor von den Zahlungsanbietern getrieben, die immer mehr mobile Bezahllösungen zur Verfügung stellen. Handel und Verbraucher zeigen sich dagegen noch zurückhaltender, zumal die Angebote neben Vorteilen auch Nachteile mit sich bringen.

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