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Fußball-WM sorgt für Traffic-Rückgang im Web
Sonstiges 28.06.2010
Sonstiges 28.06.2010

Fußball-WM sorgt für Traffic-Rückgang im Web Wenn Deutschland spielt, bleibt das Internet aus

Sobald Jogis Jungs in Südafrika um den Weltmeistertitel kämpfen, zeigt ein Großteil der User dem Internet für mindestens 90 Minuten die rote Karte. Laut einer aktuellen Studie sind zu den Spielzeiten bis zu einem Drittel weniger Nutzer online.

Wie die Untersuchung des Adserving-Anbieters Adtech ergeben hat, sanken die Besucherzahlen auf den Webseiten schon 60 Minuten vor dem Anpfiff eines Deutschlandspiels im Schnitt um zehn Prozent. Eine Stunde vor der Achtelfinal-Begegnung Deutschland gegen England waren sogar nur noch gut drei Viertel der User im Internet unterwegs. Sobald der Ball rollte, verzeichneten die Adserver bei Adtech einen Rückgang des üblichen Ad-Impressions-Aufkommens um 30 Prozent. Das Entscheidungsspiel um den deutschen Einzug ins Viertelfinale sorgte sogar für 45 Prozent weniger Traffic.

Das Web profitiert von der Vor- und Nachberichterstattung rund um die Fußball-WM. Da punktet es mit Online-Infos vor und nach den Spielen“, meint Adtech-CEO Dirk Freytag. Während der Spiele sitzen die Fans hingegen lieber vor dem Fernseher oder beim Public Viewing. Für das Viertelfinalie gegen Argentinien erwartet Freytag deshalb noch einen stärkeren Rückgang des Lieferaufkommens: „Im Verlauf der EM vor zwei Jahren haben sich die Traffic-Rückgänge bis über 50 Prozent gesteigert“, erklärt er.

Nach Abpfiff der deutschen Vorrunden-Spiele stiegen die Lieferzahlen für Banner-Ads allerdings wieder erkennbar an. Laut Auswertung lagen sie in den ersten 60 Minuten nach Abpfiff zwischen zehn und 20 Prozent über dem normalen Traffic für die entsprechende Uhrzeit. Deutlich weniger Einfluss auf die Internetnutzung nehmen die WM-Spiele anderer Nationalitäten. Zwar ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen, dieser liegt im Schnitt jedoch lediglich bei fünf bis zehn Prozent.

Wie eine andere Erhebung kürzlich gezeigt hatte, nimmt die Fußball-WM auch Einfluss auf das E-Commerce-Verhalten. So war beim Nachmittagsspiel Deutschland gegen Serbien am 18. Juni der Traffic auf Shoppingseiten durchschnittlich um ein knappes Drittel eingebrochen.

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