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Sonstiges 11.03.2008
Sonstiges 11.03.2008

Cyworld macht in Europa die Schotten dicht

In Asien ist Cyworld die Erfolgscommunity schlechthin, in Europa brachte man kein Bein auf den Boden. Jetzt zieht das Unternehmen die Konsequenzen - und in Europa die Stecker.

"Wir müssen nicht schnell wachsen, wir können uns über unsere Investoren T-Venture und SK Telekom bequem finanzieren." Voller Zuversicht klang Cyworld-Geschäftsführer Lars Schwenke zum Start des Social Networks im Herbst vergangenen Jahres in Deutschland. Statt mit Werbung wollte sich die Plattform mit dem Verkauf digitaler Güter finanzieren, die von jungen Künstlern kreiert werden sollten. In Asien machen dies die Internet-Nutzer auch brav: 20 Millionen Mitglieder investieren täglich rund 125.000 Euro, um ihre Avatare zu kleiden und ihr virtuelles Wohnzimmer einzurichten. Doch der deutsche Internet-Nutzer - das zeigt das Beispiel Cyworld einmal mehr - tickt anders, was bedeutet, dass das, was im Ausland erfolgreich funktioniert, nicht unbedingt auch in Deutschland die Konkurrenz aus dem Rennen sticht.

Weil sich viel zu wenig Mitglieder angemeldet haben, zieht SK Communications die Konsequenzen. Auf der Startseite von Cyworld.de steht zu lesen: "Es macht ja keinen Sinn, lange drumherum zu reden. Cyworld.de gibt es bald nicht mehr. Ja, ihr habt richtig gelesen: die deutsche Cyworld-Seite wird zugemacht, abgeschaltet. Aus, vorbei. Wir ziehen uns, wie man so sagt, vom Markt zurück." Insgesamt, so schreibt der Newsdienst Deutsche-Startups.de, wurden 3,5 Millionen Euro in den Aufbau von Cyworld Europe investiert. Angesichts der Cash-Burn-Raten im Dotcom-Crashjahr 2001 nahezu nur Peanuts.

Was glauben Sie: Welche ambitionierte Social Community macht in Deutschland als nächstes dicht? Stimmen Sie ab in unserer aktuellen "Frage der Woche".

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