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Karsten Windfelder verkleidet als Affiliate-Betrüger
Sonstiges 08.12.2008
Sonstiges 08.12.2008

Cookie Spreader: Reichweitenkampf bei Restplatzvermarktern

Affiliate-Experte Karsten Windfelder nimmt unseren Bericht über Affiliate-Betrug nicht ernst

Affiliate-Experte Karsten Windfelder nimmt unseren Bericht über Affiliate-Betrug nicht ernst

Ein Insider aus Vermarkterkreisen erzählt gegenüber INTERNET WORLD Business, wie Cookie Spreader im Markt Traffic kaufen und gegenseitig ihre Cookies überschreiben. Profitieren würden davon auch Restplatzvermarkter - denn die Qualität des Traffics spiele beim Cookie Spreading keine Rolle.

Gibt es Affiliate-Betrug oder nicht? Und tun die Affiliate-Netzwerke genug, um gegen die schwarzen Schafe in der Branche vorzugehen? Diese Fragen erhitzten in den vergangenen zwei Wochen die Gemüter in der Branche. Aus Vermarkterkreisen erreichte die Redaktion die E-Mail eines Informanten, der namentlich jedoch nicht genannt werden will. Seiner Erfahrung nach profitieren auch Restplatzvermarkter von Cookie Spreadern, die versuchen, sich Leads beziehungweise Sales zu ergaunern. Sie buchen zu Spottpreisen Standardanzeigenformate bei Vermarktern, in denen sie diverse Logos von Merchants einbinden und bei jedem Werbemittelkontakt dem Internetnutzer diverse Cookies verpassen.

"Prinzipiell habe ich nichts dagegen, bei der Einblendung eines Banners einen Cookie zu setzen – in diesem Fall ist ja wirklich eine Leistung erfolgt. Nur worin besteht die Leistung, wenn ich ein 88 mal 31 Pixel großes Logo anzeige?“, fragt er. Die Reichweite dieser Cookie Spreader sei immens, da sie über die Netzwerke von Restplatzvermarktern bis zu drei Millionen Menschen pro Tag erreichen. „Das sind fünf bis zehn Prozent der Onlinebevölkerung und damit statistisch auch fünf bis zehn Prozent der Käufer von Onlineshops. Geben wir jedem einen Cookie an die Hand, haben wir uns also relativ schnell fünf bis zehn Prozent der Sales erschlichen. Rechnet man dazu, dass jeden Tag Tausende Bestellungen bei Quelle, O2, Vodafone und Co. eingehen, kann man sich leicht ausrechnen, was da finanziell dahintersteckt“, so der Insider.

Kämpfen Cookie Spreader um Vormachtstellung?

Der Erfahrung des Vermarkters nach würden Cookie Spreader derzeit auch um die Vormachtstellung im Markt kämpfen. Sie überschreiben gegenseitig ihre Cookies, kaufen mehr Traffic zu, überschreiben noch mehr Cookies und kaufen noch mehr Traffic zu – und das alles mit dem Wissen von Affiliate-Netzwerken, Agenturen und teilweise auch den Kunden: "Die Affiliate-Netzwerke unterstützen das Vorgehen aktiv, da Cookie Spreader zu den größten Umsatzbringern zählen. Die Agenturen unterstützen es, da sie nur bei Erfolg bezahlt werden oder Wachstumsvorgaben erreichen müssen.“ Und teilweise wüssten es auch die Marketer, die gegenüber ihren Vorgesetzten allerdings schön steigende Leadzahlen im Onlinemarketing verkünden wollen, egal wie diese zustande kamen.

Teilweise jedoch ergreifen die Merchants auch schon Gegenmaßnahmen und senken die Preise, die im Affiliate Marketing gezahlt werden. So zahle Congster beispielsweise nur noch 12 Euro an Affiliates, die Provision für anderweitig vermittelte Handyverträge liege bei 150 Euro.

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