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Sonstiges 13.12.2012
Sonstiges 13.12.2012

Diskussion zur Zukunft des Handels "Besser in Technik als in Fläche investieren"

Verbraucher gehen davon aus, dass sich das mobile Einkaufen und Bezahlen weiter durchsetzen wird, dem stationären Handel stehen daher gewaltige Umwälzungen bevor. In Berlin diskutierte eine Expertenrunde, welche Herausforderungen gemeistert werden müssen.

Welche Auswirkungen der Fortschritt im Bereich der Handelstechnologien auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik hat, diskutierten die Experten bei einer gemeinsamen Veranstaltung von eBay und dem BVH im eBay Kaufraum in Berlin-Mitte gemeinsam mit Martin Barthel, Senior Director Buyer Experience von eBay, Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BVH, und Holger Spielberg, Head of Mobile Payments bei Paypal.

Einigkeit bestand in der Diskussionsrunde darin, dass der mobile Handel den stationären Handel nicht ablösen, sondern ihn vielmehr ergänzen wird. Mobile Technologien spielen demnach im gesamten Kaufprozess eine immer größere Rolle. Vor dem Kauf eines Produkts legen zum Beispiel 60 Prozent der Verbraucher Wert darauf, sich gezielt mobil informieren zu können - egal ob zu Hause, im Ladengeschäft oder im Café. Bei bestimmten Waren kann sich ein großer Teil der Verbraucher (45 Prozent) vorstellen, diese zukünftig nur noch mobil oder online zu kaufen, hat eBay in einer Konsumentenbefragung im Rahmen der Studie "Zukunft des Handels" herausgefunden.

Das trifft vor allem auf den Kauf von elektronischen Medien, Reisen und Büchern zu. Weniger ist das der Fall bei Produkten, die der Konsument weiterhin vor dem Kauf sehen, fühlen und testen möchte, zum Beispiel Lebensmittel, Fahrzeuge, Kleidung und Schmuck. Die Bereitschaft, online und mobil einzukaufen, steigt außerdem mit schnelleren Lieferzeiten: 60 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie öfter online oder mobil bestellen würden, wenn die Ware noch am gleichen Tag geliefert würde.

Der Trend zum mobilen Einkauf und zum Einkauf im Internet hat laut Gerrit Heinemann, Professor und E-Commerce-Experte an der Hochschule Niederrhein, auch unmittelbare Auswirkungen auf die Innenstädte: "In den deutschen kleinen und mittleren Städten sind die Besucherzahlen in den letzten Jahren bereits deutlich zurückgegangen und Leerstände haben zugenommen. Der Kunde möchte alle Kanäle nutzen - online, offline und mobil. Dadurch steigt die Herausforderung für den stationären Handel, für den sich eine Flächenexpansion nicht mehr lohnt, weil immer weniger Umsatz pro Quadratmeter gemacht wird. Investitionen sollten besser in entsprechende neue Technologien gemacht werden als in zusätzliche Flächen. Die Kunden treiben selbst die Entwicklung zu Showrooms."

Tatsächlich sind rund 80 Prozent der in der Studie 'Zukunft des Handels' befragten Konsumenten der Ansicht, dass sich Läden zunehmend zu Showrooms entwickeln werden, in denen man Produkte anschauen, testen und anfassen kann. Anschließend bestellen die Kunden die Produkte zu sich nach Hause und tragen keine schweren Tüten auf dem Weg in den nächsten Shop.

Die im Laufe des Jahres 2012 gewonnenen Erkenntnisse und Aussagen von Experten und Konsumenten zur Zukunft des Handels hat eBay in einem Buch zusammengefasst, das unter http://presse.ebay.de/sites/ebay.de/files/zukunft_des_handels_das_buch.pdf kostenlos abrufbar ist.

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