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Mit Fotos den Umsatz im Onlineshop steigern (Foto: ffp)
Sonstiges 02.08.2010
Sonstiges 02.08.2010

Mit Fotos den Umsatz im Onlineshop steigern Bekennen Sie Farbe

Der Onlinehandel mit Mode wächst - Bilder sind dabei ein wichtiger Faktor. Was Modefotos in einem E-Shop leisten müssen, verrät Nicole De Parade von den fotoformplus studios in Hannover. 

1. Tempo machen

Nirgendwo kann man Mode schneller kaufen als im Netz. Der Kunde weiß das zu schätzen. Er will sicher sein, dass er online immer das Neueste bekommt. Deshalb ist ein schneller Sortimentswechsel genauso wichtig wie eine schnelle Produktion. Denn je schneller ein neuer Style online ist, desto geringer ist die Gefahr, dass der Onlineshopper diesen irgendwo in der Ladenboutique in der City sieht - und kauft. Die Timeline für die Fotoproduktion sollte je nach Aufwand keinesfalls länger als sieben Werktage sein.

2. Details zeigen

Das Foto muss das fehlende haptische Erlebnis beim Distanzkauf überbrücken. Das funktioniert mit exzellenten Zoomfunktionen - und zwar von Vorder- und Rückseite. Die Grundqualität dafür wird über die Auflösung erreicht: Rund 30 Millionen Pixel sollte ein Shopfoto deshalb in der Rohdatei schon haben, denn nur so kann sich der Onlineshopper förmlich in das Produkt hineinzoomen, online ein Gespür für die Struktur des Materials bekommen und auch das kleinste Detail entdecken - denn diese sind entscheidend für den Kauf. Eine bewährte Produktionsmethode dafür ist zum Beispiel ein Flatshot, bei dem die Ware auf den Tisch gelegt, perfekt ausgeleuchtet und von oben abfotografiert wird.

3. Farbe bekennen

Der Kunde will exakt wissen, was er bekommt. Deshalb ist eine ungenaue Farbdarstellung tödlich für den Onlineshop. Wird aber in der Fotoproduktion ein Multispektralscanner eingesetzt, kann die Retourenquote aktiv gesenkt  werden. Das Gerät produziert farbverbindliche digitale Stoffmuster der Ware. Damit kann das Foto in der Post-Production so bearbeitet werden, dass es auf dem Bildschirm des Shoppers farbverbindlich erscheint. Außerdem sind die Farben auch an unterschiedlichen Artikeln vergleichbar, der Farbeindruck eines Shops wird homogener.

4. Drehen und wenden ermöglichen

Im Laden in der City drehen und wenden wir die Ware in der Hand, bevor wir sie kaufen. Das geht im Internet auch - mit 360°-Ansichten. Dafür wird das Produkt auf einen drehbaren Teller gelegt. Eine fest installierte Kamera produziert nun Einzelaufnahmen aus bis zu 24 Perspektiven, die später am Computer zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Das Objekt der Begierde kann nun vom Internetkunden in alle Richtungen gedreht, rundherum betrachtet und gezoomt werden. Damit erhöht sich die Verweildauer des Nutzers, der „sein“ Produkt spielerisch erkundet. Das beeinflusst die Kaufentscheidung positiv.

5. Casting outsourcen

Die Auswahl der passenden Models ist ein entscheidender Verkaufstreiber. Deshalb sollte man das Casting einem professionellen Dienstleister überlassen. Das ist in der Regel wirtschaftlicher, außerdem haben Modelbooker das Ohr am Puls der Zeit und finden schneller genau die Models, die das Markenimage perfekt unterstreichen. Wichtig: Full-Face-Bilder sind zwar imagelastiger, aber von den Bildrechten her komplexer und deshalb deutlich teurer. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Gesichter von der Kleidung ablenken. Deshalb sollte man auch über Semi-Face oder Non-Face-Aufnahmen nachdenken.

Teil 2: Die richtige Passform

6. Fantasie anregen

Viele Shops vernachlässigen etwas Grundsätzliches: Die richtige Passform. Deshalb sollte man nicht an den Kosten für mehrere professionelle Stylisten am Set sparen. Sie wählen die passenden Accessoires aus und koordinieren Posing und Make-Up. Das lohnt sich, macht die Produktion aber auch aufwendiger. Eine clevere Alternative dazu sind Bustshoots: Dafür wird das Kleidungsstück auf einer Büste fotografiert, die im Nachhinein wegretuschiert wird. Der Betrachter sieht das Kleidungsstück am imaginären Körper - auch das befeuert seine Vorstellungskraft.

7. Mit Bildern bewegen

Shoppingsender im TV machen es vor: Mode im bewegten Bild zu präsentieren, steigert den Absatz. Das funktioniert auch im Internet: Mit Fashionmovies, kleinen Videoclips im Catwalk-Stil. Wichtig ist dabei das Posing, so dass der Kunde das Produkt von allen Seiten sehen kann und erkennt, wie sich zum Beispiel ein wallendes Kleid beim Laufen verhält und mitbewegt. Der Aufwand lohnt sich: Kunden, die ein Produktvideo gesehen haben, geben mehr Geld aus - 19 Prozent durchschnittlich, berichtet das Softwareunternehmen Adobe in einer Fallstudie zu den Erfolgsfaktoren im E-Business.

8. Image in Szene setzen

Faszinierende Imagefotos entstehen meist am Karibikstrand oder in coolen Fabrikhallen. Doch auch mit clever gemachten Composings können Markenwerte exzellent in Szene gesetzt werden - und das zu deutlich geringeren Kosten. Ganze Outfits oder ähnliche Produktgruppen werden kombiniert und in Szene gesetzt. Dabei ist es wichtig, handwerklich sauber und stilsicher mit Form, Licht und Farben zu spielen.

9. Auf Profis setzen

Gutes Fotomaterial steigert für rund jeden zweiten E-Shop-Nutzer das Einkaufserlebnis am meisten - weit vor Features wie einer virtuellen Beratung oder dialogorientierten Web 2.0-Services, wie zum Beispiel dem Austausch mit einer Community. Deshalb sollte man die Produktion von Fotos für den E-Shop Profis überlassen. Denn die Produktion solcher Fotos ist eine ganz andere als die klassische Produktion für Printanzeigen, POS-Kampagnen und Prospekte: Erstens ist das Warenaufkommen deutlich höher und zweitens muss diese Ware deutlich schneller geschossen, bearbeitet und in das Onlinesystem gepflegt werden. Das ist eine logistische Herausforderung. Deshalb sollte man bei der Wahl des Dienstleisters auf ein Unternehmen mit entsprechender Logistikkompetenz und Beratungsqualität setzen, das außerdem alle notwendigen Zusatzservices über das eigentliche Foto hinaus bietet  - vom Modelbooking bis zum individuellen Daten-Management.

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