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Sonstiges 04.07.2008
Sonstiges 04.07.2008

Axel Springer setzt aufs Web

Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner will weiter im Web wachsen. Mit seinen bisherigen Zukäufen ist er eigenen Aussagen zufolge sehr zufrieden.

Der Verlag Axel Springer will sein Geschäft weiter konsequent digitalisieren und sieht darin einen Schwerpunkt seiner Unternehmensstrategie. Das sagte Vorstandschef Mathias Döpfner im Interview mit der "FrankfurterAllgemeinen Zeitung ". Mit einer Eigenkapitalquote von 38 Prozent, einem hohen Cash-flow und einer Kreditlinie von 1,5 Milliarden Euro sei man für Zukäufe gut gerüstet. Im Auge hat Döpfner dabei vor allem Sport-Inhalte, Stellenanzeigen und in regionale Märkte. Hier habe man noch Nachholbedarf, konstatiert der Springer-Vorstandschef.

Bisherige Übernahmen wie das Online-Portal "Au Feminin" oder der Performance-Marketing-Spezialist Zanox würden ihm viel Freude machen, verriet Döpfner: "Sieben unserer zehn größten Online-Projekte verdienen Geld. 20 Prozent unserer Werbeumsätze werden aus dem Online-Geschäft erwirtschaftet", sagt er. An den Werbeboom in Social Networks indes glaubt der Medienprofi nicht: "Springer hat in solche Netzwerke, in denen die Nutzer selbst die Inhalte schaffen, nicht investiert. Uns ist von Anfang an das Risiko zu hoch gewesen, hohe Preise für Unternehmen zu bezahlen, die nur Reichweite, also Nutzerzahlen, aber keine Umsätze oder gar Gewinne vorweisen können. Ich erwarte, dass allenfalls einige wenige sehr große Netzwerke auf lange Sicht ihre Reichweite auch in Geschäft ummünzen können."

Wir sind nicht stark genug bei Sport-Inhalten, bei Online-Stellenanzeigen und in einigen regionalen Märkten. Das werden wir durch Akquisitionen oder Eigengründungen ändern. In allen anderen Feldern sind wir wirklich gut positioniert. Ein Analyst hat Axel Springer kürzlich als "Europas zweitbestes digitalisiertes Medienunternehmen" bezeichnet.

Ich sehe die Digitalisierung als eine ganz große Chance für unser Unternehmen, eine neue Dimension in Umsatz und Ergebnis zu erreichen. Es ist kein Naturgesetz, dass die Printunternehmen als Verlierer aus diesem Strukturwandel hervorgehen werden. Ich bin überzeugt: Axel Springer wird ein Gewinner der Digitalisierung sein.

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