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Deutscher Onlinehandel unter der Lupe
Sonstiges 02.07.2013
Sonstiges 02.07.2013

Online-Händler setzen kein Tracking ein Ausstieg vor dem Bezahlen

Knapp die Hälfte der Online-Käufe wird auf den Bezahlseiten abgebrochen. Und mehr als die Hälfte der Händler erfasst nicht, an welchen Stellen die Kunden ihr Angebot verlassen. Das ist das Ergebnis einer Befragung unter 300 E-Commerce-Betreibern.

Obwohl Online-Händlern durch verwaiste Warenkörbe viel Umsatz entgeht, wissen 60 Prozent nicht, wo ihre Kunden während des Bezahlvorgangs abspringen. Diejenigen E-Commerce-Betreiber, die das Besucherverhalten auf ihrer Website tracken, geben an, dass 46 Prozent der  Einkäufe auf den Bezahlseiten abgebrochen werden. Das hat der Paymentanbieter Sage Pay für seinen "E-Commerce-Benchmark Report für Onlinehändler" ermittelt.

Knapp über die Hälfte der deutschen Onlineshops setzen Social Media ein (54 Prozent). Für mobile Geräte haben 45 Prozent ihre Shops optimiert. Immerhin macht aber bereits ein Viertel der Händler zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Umsätze über den mobilen Kanal.

Der Großteil der Studienteilnehmer hält die Grenzenlosigkeit des Web für eine Chance: Mehr als 90 Prozent der Händler sehen in der internationalen Expansion ihres Angebots ein großes bis mittleres Umsatzpotential (93 Prozent). Allerdings halten 58 Prozent der Händler die Logistik über die Landesgrenzen hinweg für eine Herausforderung, gefolgt von Kommunikationsschwierigkeiten (54 Prozent) und Rechtsunsicherheiten (51 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wurden in den vergangenen zwölf Monaten bereits Opfer von Betrug im Internet. Dennoch investieren 50 Prozent der Onlinehändler weniger als 500 Euro pro Jahr für Sicherheitsmaßnahmen. Gerade die Absicherung von Kreditkarten-Transaktionen im deutschen Onlinehandel lässt noch zu wünschen übrig: Mehr als ein Fünftel der Händler gab an, die Sicherheitsstandards nicht zu erfüllen, während 46 Prozent nicht genau wussten, wie sicher ihre Bezahlvorgänge sind.

Die Internet-Umfrage wurde im Frühjahr 2013 im Auftrag von Sage Pay von TÜV Saar NetResearch unter 300 Online-Händlern durchgeführt. Fast ein Viertel (22 Prozent) – und damit die Mehrheit der befragten Unternehmen - ist im Elektronikfachhandel tätig, über 70 Prozent davon beschäftigen mehr als 50 Mitarbeiter. Ebenfalls stark vertreten waren Firmen aus der Reise- und der Unterhaltungsindustrie, aus dem Lebensmittelhandel sowie aus der Modebranche.

Der deutsche Onlinehandel hat sich übrigens als dominanter Absatzkanal für den Versandhandel etabliert. Im ersten Quartal 2013 wurden 80 Prozent des Versandhandelsumsatzes durch den E-Commerce generiert.

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