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Sonstiges 13.05.2008
Sonstiges 13.05.2008

5 Gründe, warum Fachhändler im Internet scheitern

Zunehmend merken wir, dass stationäre Fachhändler in einer zweiten Welle ins Internet wollen. Sportartikelhändler, Spielwarengeschäfte, Schreibwarenhändler und andere klassische Ladenbesitzer sind häufig im ersten Versuch gescheitert und wagen jetzt den zweiten Anlauf. Die Analyse, um das bisherige Scheitern zu durchleuchten, ist häufig erschreckend.

  1. Fehlende Ernsthaftigkeit

In vielen Fällen ist der Azubi Shopentwickler und Shopmanager. Günstig und einfach wurde das komplette Projekt an den Mitarbeiter weiter geschoben, der sich durch eine Mitgliedschaft bei StudieVZ oder Lokalisten als vermeintlich am fachkundigsten auswies. Ohne Konzept, Strategie, Zeitaufwand und vor allem ohne Kosten wurde häufig der Online-Shop ins Web gestellt.

In anderen Fällen haben die Fachhändler 30.000 € und mehr an eine Agentur bezahlt, die sich um alles Gedanken machen sollte. Das Ergebnis: Kein Konzept, keine Strategie, kein Plan, aber eine optisch sehr ansprechende Seite, die letztendlich aber kein User je besuchte.

  1. Falsche Shoptechnologie

Bereits bei der Auswahl der Shopsoftware passieren die ersten Fehler. Natürlich kann jeder Hersteller auf erfolgreiche Beispielshops verweisen - aber Aufwand und Folgekosten können bei einer falschen Shopwahl enorm sein. Sowohl zu kleine Systeme als auch zu teuere und komplexe Systeme sind im Einsatz. Vom Start mit einer 9,90 Euro Software aus der Box bis zum großen Versandhändler ist es ein weiter Weg und individuelle Schnittstellen zu Backendsystemen können den Ausflug schnell teuer machen.

Höchst komplexe Enterprise Systeme mit Schnittstellen in alle Bereiche des Unternehmens sind im Einstieg extrem teuer und haben den Shopbetreiber häufig an die Grenzen des finanziell machbaren gebracht. Gespart wurde anschließend an Marketing, Personal und Weiterentwicklung.

  1. Fehlende Sortimentspolitik

Was im Laden der Renner ist, kann im Shop der Penner sein. Ein Online-Shop benötigt eine andere Sortimentspolitik als der stationäre Shop. Häufig wurde das komplette Sortiment ins Web gestellt. Die Folge: Amazon, Otto und Quelle sind die größten Wettbewerber. Außerdem wird die Suchmaschinenoptimierung schwieriger und aufwändiger, die Produktpflege aufwändig und die Ansprache der Zielgruppen komplex.

Idealerweise konzentriert sich der Fachhändler auf eine kleine Nische, die er perfekt besetzen kann. Dies kann eine Produktgruppe aus seinem Sortiment sein, für die er gute Konditionen, eine umfangreiches Fachwissen oder andere Vorteile hat.

  1. Falsche Preisstrategie

Was ist der Vorteil Ihres Shops: "Wir sind die billigsten". Ein Argument, das natürlich beim Kunden zählt aber nicht unbedingt die cleverste Strategie ist. Täglich eröffnen neue Shops, die billig sein wollen. Im Vorteil sind diejenigen, die ohne Mitarbeiter und Infrastruktur die Ware vom Großhändler zum Endverbraucher weiter schieben. Ein Fachhändler hat hohe Kosten und wird langfristig seine Schwierigkeiten haben.

  1. Vorteile werden nicht erkannt

Bereits in der ersten Konzeptionsphase muss in einer Analyse deutlich gemacht werden, wo die Stärken liegen. Stationär ist der Fachhändler oft auf lokaler Ebene Monopolist und hat sich dadurch ein gutes Geschäft aufgebaut. Im Internet ist der Markt transparent und wirkliche Verkaufsvorteile müssen deutlich gemacht werden.

Fachhändler erkennen dabei häufig Ihre Vorteile nicht. Verfügbare Ware, schnelle Lieferzeit, kompetente Mitarbeiter, Reparatur-Service etc… können Fachhändler leichter bieten als branchenfremde Shop-Gründer.

Wenn Sie jetzt wieder Ideen schmieden einen eigenen Shop zu eröffnen - legen Sie Ihre Stärken zurecht, versuchen Sie die Risiken und Ihre Schwächen zu erkennen, denn nicht nur die Chancen machen einen Shop erfolgreich.

Viel Erfolg!Johannes Altmann,E-Shop-Experte von www.shoplupe.de

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