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Sonstiges 23.06.2009
Sonstiges 23.06.2009

40 Prozent Umsatzwachstum für 2009 geplant

Klettert selbst: Martin Theben

Klettert selbst: Martin Theben

Der Online-Kletterausstatter Bergfreunde.de profitiert vom Kletterboom und hat gerade seine Webseite überarbeitet. internetworld.de sprach mit Geschäftsführer und Bergfreunde-Gründer Martin Theben über Entstehung, Umsatz und die Weiterentwicklung des Start-Ups, das gerade für den Deutschen Gründerpreis und den Shop Usability Award nominiert wurde.

Herr Theben, Sie haben Bergfreunde.de 2006 gegründet. Gab es damals keine Online-Kletterausstatter?

Martin Theben: Meine Frau und ich sind selber Kletterer und suchten im Internet nach Kletterausrüstung. Aber damals gab es keine spezialisierten Kletterausstatter. Der Verkauf von Kletterbedarf war eine Nische, die vom Outdoor-Onlinehandel mitbedient wurde. Im Outdoorbereich läuft Klettern ja immer noch mit, neben anderen Outdooraktivitäten. Ich hatte mich bereits theoretisch viel mit Onlinemarketing und E-Commerce beschäftigt, da war mir klar, dass wir auf keinen Fall stationären Einzelnhandel betreiben wollten. Beim ersten Peak bis 2000 habe ich in einer Hamburger Unternehmensberatung gearbeitet und beobachtet, welche Geschäftskonzepte erfolgreich sind und passen.

Ist der Klettersport noch eine Nische?

Theben: Eine wachsende Nische, die immer breiter wird. Klettern boomt, der Markt wächst nach wie vor. Im Sportmarkt, und da im Teilsegment Outdoor, ist Klettern natürlich nur ein Bereich von vielen. Bei uns franst das Segment natürlich auch aus: Wir sind spezialisiert auf Klettern, aber auch andere Produkte werden bei uns verkauft, zum Beispiel Zelte oder Rucksäcke, die nicht speziell nur für Kletterer geeignet sind..

Wie viele Mitarbeiter haben und wie viel Umsatz machen Sie?

Theben: Wir wachsen momentan sehr stark, wie das bei allen schlauen E-Commerce-Betreibern der Fall ist. Wir haben derzeit 21 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter und suchen zwei weitere. In der Logistik haben wir zudem einen Haufen Studenten als Aushilfskräfte. Dank des Kletterbooms erleben wir gerade ein Umsatzwachstum - im Geschäftsjahr 2008 hatten wir 3,6 Millionen Euro Umsatz. Für das Geschäftsjahr 2009 sind 40 Prozent mehr Umsatz anvisiert; wie wären dann bei 5 Millionen Euro.

Ihre Firma sitzt in Kirchentellinsfurt, einem Ort mit gut 5000 Einwohnern. Wie finden Sie Personal?

Theben: Der Standort in der Nähe der Studentenstadt Tübingen ist nicht verkehrt. Zu der Einwohnerzahl kommen da noch mal dieselbe Zahl Studenten. Und unter unseren studentischen Mitarbeitern findet sich dann auch die eine oder andere Perle, die langfristig beschäftigt wird.

Werbung nur über Performancemarketing

Wie werben Sie für Ihren Shop?

Theben: Wir geben kein Geld für nicht-messbare Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen wie Printanzeigen aus, sondern werben ausschließlich über Performancemarketing. Da spielen wir die gesamte Klaviatur, wir machen Google AdWords und haben eine ausgefeilte SEO-Strategie, in die unsere Ressourcen fließen. Daneben wächst auch unser Partnerprogramm immer weiter, sowohl unser eigenes, als auch das bei Affilinet. Wir verschicken zusätzlich einen zweiwöchentlich erscheinenden Newsletter an unsere Kunden. In Zukunft wollen wir noch mehr Recommendations und personalisierte Angebote für Kunden erstellen - Stichwort „Social Commerce".

Was planen Sie im Bereich Social Media?

Theben: Derzeit haben wir bereits Vereinbarungen mit vielen Blogs, die mit uns zusammenarbeiten. Jetzt sind wir dabei unser eigenes Bergfreunde-Blog größer zu machen. Wir wollen ein Bergfreunde-Kletterteam aufbauen, starke Kletterer reinholen, die am Berg und in der Kletterhalle präsent sind und für uns Beiträge schreiben. Auch User-Generated-Content soll aufgegriffen werden.

Kleidungsverkauf im Internet ist ein schwieriges Geschäft - wie ist Ihre Retourenquote?

Theben: Die liegt momentan bei 25 Prozent, wobei davon die Hälfte Umtauschretouren sind - selber Artikel, andere Farbe, andere Größe. Die anderen sind Warenrückgaben, liegen aber unter 15 Prozent. Wir haben viele Wege und Möglichkeiten den Kunden die Auswahl der Artikel so bequem und sicher wie möglich zu machen. Aber auch da gibt es noch viel zu tun. Innovativ bleiben, Schlüsselprozesse ausbauen - das ist unsere Devise.

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