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Richterhammer
Sonstiges 28.03.2017
Sonstiges 28.03.2017

Urteilsverkündung Unister-Prozess: Gericht schickt Kreditbetrüger ins Gefängnis

Shutterstock.com/Paul Matthew Photography
Shutterstock.com/Paul Matthew Photography

Das Landgericht Leipzig hat den Vermittler des Rip-Deals um Unister-Gründer Thomas Wagner zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Es sprach den 69-Jährigen des vorsätzlichen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig.

Update: Im Prozess um den Betrug an Unister-Gründer Thomas Wagner ist der angeklagte Vermittler des sogenannten Rip-Deals am Dienstag vom Landgericht Leipzig zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Es sprach den 69-Jährigen aus Unna des vorsätzlichen Betrugs in zwei Fällen als Mittäter schuldig.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat für den Mann, der Unister-Gründer Thomas Wagner betrogen haben soll, fünfeinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Die Anklagebehörde beantragte die Strafe am Dienstag im Prozess vor dem Leipziger Landgericht.

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen Mann aus Unna in Nordrhein-Westfalen. Er ist wegen Betrugs am Unister-Chef und an einer Architektin angeklagt. Er soll die Geschäfte mit einem angeblichen israelischen Diamantenhändler vermittelt habe, die sich am Ende als sogenannte Rip-Deals herausstellten. Den Opfern, die sich Kredite erhofften, wurde Falschgeld angedreht.

Kreditbetrug in Venedig

Wagner hatte laut Anklage im Sommer vorigen Jahres in der Hoffnung auf einen Kredit für sein klammes Leipziger Unternehmen dem Diamantenhändler in Venedig 1,5 Millionen Euro übergeben. Das Geld sollte als Sicherheit für ein Darlehen über 15 Millionen Euro dienen. Wagner sei allerdings ein Koffer mit Falschgeld übergeben worden.

Nach der Übergabe stürzte der Unister-Gründer in Italien im vergangenen Sommer mit einem Kleinflugzeug ab und kam ums Leben. Das Internet-Unternehmen Unister meldete unmittelbar danach Insolvenz an.
Der Verteidiger des Angeklagten aus Nordrhein-Westfalen hielt zum Prozessauftakt im März dem Anklage-Plädoyer entgegen, dass die Beweisaufnahme nicht ergeben habe, dass sein Mandant von den "betrügerischen Machenschaften" gewusst habe. Er forderte damals zudem zu berücksichtigen, dass der 69 Jahre alte Mann nicht vorbestraft sei.

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