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Twittern muss Zugangsdaten von Wikileaks-Mitarbeitern rausgeben
Sonstiges 10.01.2011
Sonstiges 10.01.2011

Twitter muss Zugangsdaten von Wikileaks-Mitarbeitern rausgeben Singen statt zwitschern

Twitter ist von einem US-Gericht angewiesen worden, an das Justizministerium Dokumente weiterzureichen, die Wikileaks-Mitarbeiter betreffen. Der Mikroblogging-Dienst reagierte darauf, indem er die behördliche Anfrage öffentlich machte.

Die Anordnung sei ursprünglich mit einem Maulkorberlass versehen gewesen sein, der dem Kurznachrichten-Netzwerk verbot, die behördliche Initiative öffentlich zu machen. Dies stieß bei Twitter auf Widerstand: "Es gehört zu unserer Firmenpolitik, unsere Nutzer von Vollstreckungsmaßnahmen und Informationsanfragen, die User betreffen, zu informieren - es sei denn, wir werden per Gesetz daran gehindert", zitiert Boomtown eine Firmensprecherin. Auf Anfrage erlaubte ein Gericht Twitter, die betroffenen Nutzer zu informieren. Jetzt haben Jacob Appelbaum, Rop Gongrijp, Birgitta Jonsittir, Julian Assange und Bradley Manning bis zum 17. Januar 2011 Zeit, ihrerseits rechtliche Maßnahmen einzuleiten - sonst muss der Dienst die angeforderten Daten herausgeben.

Twitter-CEO Dick Costolo hat sich kritisch über die erlassene Nachrichtensperre zur Forderung der Datenherausgabe seitens der Behörden geäußert: "Wir werden so aggressiv wie nur möglich gegen alle Versuche, uns am Schutz von Userdaten zu hindern, auskeilen", sagte dieser in einem Interview am Rande der Consumer Electrics Show in Las Vergas.

Die gerichtliche Anweisung, Usernamen, Zugangsdaten und Adressen von Wikileaks-Mitarbeitern auszuliefern, soll bereits Mitte Dezember an Twitter herausgegangen sein. Brancheninsider vermuten, dass auch Google und Facebook ähnliche gerichtliche Anordnungen zur Weitergabe von Wikileaks-Userdaten erhalten haben sollen.

Am 21. Dezember 2010 war zuletzt die Wikileaks-App aus dem App Store von Apple entfernt worden - der Grund war allerdings ein Verstoß gegen die Richtlinien. Die Geschäftsbeziehungen eingestellt haben auch viele Finanzdienstleister, darunter die Bank of Amerika, Paypal, Mastercard und Visa.

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