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Vernetzte silberne Kugeln mit einer roten in der Mitte
Sonstiges 16.03.2015
Sonstiges 16.03.2015

Low Power Network Swisscom testet Netz für das Internet der Dinge

Fotolia.com/tom
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Damit Gegenstände künftig effizienter miteinander kommunizieren können, testet Swisscom ein Netz für das Internet der Dinge. Das Pilotprojekt startet im April 2015 in den Regionen Zürich und Genf.

Die Digitalisierung durchdringt immer mehr den Alltag: Damit Gegenstände künftig effizienter miteinander kommunizieren können, testet Swisscom ein Netz für das Internet der Dinge. Das sogenannte Low Power Network ist das erste seiner Art in der Schweiz und verbindet Gegenstände, die nur kleine Datenmengen austauschen und mit geringem Stromverbrauch auskommen. Es ergänzt bestehende M2M-Lösungen auf Mobilfunkbasis. Das Pilotprojekt für dieses komplementäre Netz startet im April 2015 in den Regionen Zürich und Genf.
 
Das Low Power Network (LPN) oder Low Power Wide Area Network (LPWAN) dient der Vernetzung von Spezialanwendungen im Bereich Machine-to-Machine (M2M), bei denen keine SIM-Karten zum Einsatz kommen. Sensoren, intelligente Zähler oder Ortungslösungen tauschen lediglich kleine Datenmengen aus und benötigen dafür wenig Bandbreite und Leistung. Übermittelt werden sporadisch kleine Datenpakete. LPN wird dieser Anforderung gerecht.

Der Vorteil: Der Betrieb des Netzes benötigt wenig Strom und ist entsprechend energieeffizient. LPN eignet sich daher für die Vernetzung von Gegenständen, die über kleine Batterien verfügen und auf lange Akkulaufzeiten angewiesen sind. Jaap Vossen, Leiter M2M Sales und Marketing bei Swisscom, meint: "Mit LPN ermöglichen wir auf einen Schlag unzählige neue M2M-Anwendungen für alle Branchen. Zum Beispiel die Vernetzung von Alltagsgegenständen wie Sensoren, Wasserdispenser, Abfalleimer oder Briefkästen. Der Besitzer erhält in Echtzeit eine Nachricht, sobald beispielsweise die Briefpost eingetroffen ist."
 
Pilotprojekt in Zürich und Genf
Das Low Power Network von Swisscom ergänzt bestehende M2M-Lösungen auf Mobilfunkbasis. Es besteht aus zusätzlichen Gateways mit geringer Sendeleistung (max. 0,5 Watt), die an verschiedenen Standorten installiert werden. Die Emissionen liegen deutlich unter denen eines Funktelefons zu Hause. Die Verbindung der Sensoren erfolgt auf Nebenfrequenzen im konzessionsfreien ISM 800 Band. Swisscom testet LPN ab April 2015 zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts in den Regionen Zürich und Genf. Zusammen mit ersten Kunden und Partnern arbeitet Swisscom gemeinsam an den Anwendungsmöglichkeiten und testet die Anforderungen an LPN.
 
Swisscom unterstützt LoRa Alliance
Swisscom gehört seit Januar 2015 der LoRa Alliance an. Diese setzt sich für einen offenen globalen Standard von LPN ein. Nebst Marktführern im Bereich Netzwerke schließt LoRa Modul- und Sensorhersteller, Antennen-Betreiber, Systemintegratoren sowie E2E-Lösungsanbieter zusammen. Das Beratungsunternehmen Machina Research schätzte im Februar 2015, dass bis ins Jahr 2023 weltweit über 3 Milliarden M2M-Verbindungen über LPN erfolgen werden.

130 Start-ups hatten sich für das Förderprogramm "IoT Best in Breed" des Start-up-Inkubators Breed Reply beworben, das besonders innovative Initiativen im Bereich Internet of Things fördert. Drei davon haben Anfang des Jahres das Rennen gemacht. Ein großes Thema ist das Internet der Dinge auch auf der Messe CeBIT 2015, die am 16. März in Hannover gestartet ist.

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