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Sonstiges 14.04.2016
Sonstiges 14.04.2016

Expert Insights Mail-Apps beflügeln elektronische Postfächer

E-Mail-Dienste erleben dank Mobile einen Schub. Dabei spielen weniger mobile Browser als Apps eine Rolle. Werbekunden müssen bei der Planung einiges berücksichtigen und entsprechende Mechaniken einbauen.

Die E-Mail hat den Sprung ins mobile Zeitalter längst geschafft und die Smartphones helfen dabei, die elektronischen Postfächer zu befüllen. Das lässt sich mit Zahlen belegen: Das E-Mail-Aufkommen in Deutschland wächst mit dem mobilen Boom stark an.

Im Jahr 2015 versendeten die Deutschen 544,2 Millionen E-Mails. Für das Jahr 2016 erwarten wir eine Zunahme von knapp 7,4 Prozent auf dann 584,4 Millionen Nachrichten. Dabei nimmt der Anteil der mobil abgerufenen Mails rapide zu.

Weg vom Mobile Browser, hin zu Apps

E-Mail-Dienste erleben dank der Smartphones einen richtigen Schub. Dabei spielen allerdings laut Daten des Analytics-Spezialisten Flurry aus den USA immer weniger die mobilen Browser eine Rolle, sondern die Anwendungen. Wer zu den Top-Apps zählt, hat gewonnen. Bei den Top-Aktivitäten auf dem Smartphone stehen E-Mail Apps, Social Apps wie Facebook und Messaging Apps wie WhatsApp ganz oben.

Dahinter folgen Anwendungen für Musik-Streaming, Spiele, Nachrichten, Wetter- und Verkehr.  Laut Daten von Statista sind die Top-Aktivitäten auf Smartphones in Großbritannien das "Lesen und Senden von E-Mails", das "Besuchen von Social Networking Sites" und das "Surfen im Internet aus persönlichen Interessen". Dies verhält sich hierzulande sehr ähnlich.

Apps fördern zudem die Intensität der Nutzung bestimmter Internetdienste. Wir sehen: Wer etwa eine App von web.de oder gmx auf dem Smartphone installiert hat, realisiert über die Mail-Apps fast zehnmal so viele Abrufe wie über den mobilen Browser.

Die intensive Nutzung der Apps beflügelt sozusagen die elektronischen Postfächer. Das belegen auch die Zahlen des Marktforschungsinstituts Convios Consulting, das in unserem Auftrag eine repräsentative Studie zur "E-Mail als Kommunikationsmedium" erstellt hat. Im Dezember 2015 gaben 45,7 Prozent der Befragten an, über das Handy die E-Mail-Funktion zu nutzen. Ein deutliches Plus: 2013 waren es erst 31,9 Prozent. Gleichzeitig stieg auch der Anteil derer, die ihre Mails per Tablet abrufen von 15,7 Prozent (2013) auf 23,7 Prozent im Jahr 2015. Zu Hause nutzen die Befragten heutzutage eher den Laptop (60,7 Prozent) als den stationären PC (50,3 Prozent). Werbekunden müssen dies bei der Planung der Kampagnen berücksichtigen und Multi-Screen-Mechaniken einbauen.

Richtiges Targeting beachten

Wichtig für das Targeting, um die Zielgruppen auch zu erreichen: Bei der Verwendung der Smartphones zeigen sich erhebliche Unterschiede bei den Geschlechtern. Männer liegen mit 47,2 Prozent bei der mobilen E-Mail-Nutzung deutlich vor den Frauen (44,2 Prozent). Noch gravierendere Differenzen zeigen sich beim Alter. 76,9 Prozent der 14- bis 19-Jährigen nutzen ihre E-Mail-Konten über das Smartphone, bei den 20- bis 29- Jährigen sind es auch stattliche 71,5 Prozent. Bei den 40- bis 49-Jährigen gehören "erst" 42,5 Prozent zu den mobilen E-Mail-Nutzern. Aber auch dieser Wert wird mit Sicherheit steigen, auch für reifere Zielgruppen müssen Marketer ihre Kampagnen auf die Mobile-Devices ausweiten.

Fragen die Forscher nach der Intensität der mobilen Nutzung, sagen 30,2 Prozent der Befragten, dass sie regelmäßig, und 37,5 Prozent, dass sie gelegentlich die privaten E-Mail-Konten vom Handy aus abrufen und beantworten. Zum Vergleich: Soziale Netzwerke nutzen 25,8 Prozent regelmäßig übers Smartphone und 39,7 Prozent der Befragten gelegentlich. 

Veränderung und Treue zugleich

Gerade die Zugänge zum E-Mail-Konto ändern sich. Beim mobilen Abruf der E-Mails kommt immer häufiger die App zum Einsatz. Entweder über auf den Smartphones vorinstallierte E-Mail-Programme oder aber - im zunehmenden Maße - über die Anwendungen der E-Mail-Anbieter selbst. Diese bieten dem Nutzer häufig zusätzliche Funktionen, aber auch dem Werbungtreibenden weitere Platzierungen für Anzeigen.

Trotz allen Veränderungen beweisen die Nutzer eine hohe Treue zu Ihren Mailanbietern und eine geringe Wechselbereitschaft: Zusammen erreichen web.de (25,8 Prozent) und gmx (26,2 Prozent) einen Anteil von über 50 Prozent, wenn die Nutzer nach ihrem Haupt-E-Mail-Dienst gefragt werden. Zum Vergleich: T-Online liegt mit 11,8 Prozent auf Platz drei, es folgt Outlook mit 9,4 Prozent. Googles E-Mail-Dienst Gmail.com kommt auf 6,2 Prozent. Und das obwohl jeder Nutzer eines Android-Smartphones für manche Funktionen den E-Mail-Dienst von Google verwenden muss.

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