INTERNET WORLD Logo Abo
Matthias Stadelmeyer
Sonstiges 21.12.2015
Sonstiges 21.12.2015

Expert Insights Geh mir nicht auf den Keks

Matthias Stadelmeyer, CEO bei Tradedoubler

Matthias Stadelmeyer, CEO bei Tradedoubler

"Diese Seite benutzt Cookies – stimmen Sie diesen zu?" So oder so ähnlich klingt die Nachricht, die beim User nach Pop-Up-Bannern den höchsten Nervfaktor genießt. Ob man zustimmt, oder nicht, hat selten Einfluss auf das Tracking.

Die wachsende Zahl an Geräten und Browsern, die Cookies blockieren, bedarf daher intelligenterer Technologie, um auch weiterhin präzises Tracking und vollständige Customer-Journey-Daten zu erhalten. Ungetrackte Aktivitäten können in Umsatzverlusten und einer unklaren Kosten-Nutzen-Verteilung von Werbeausgaben resultieren.

Eine weitere Hürde für Marketer ist, dass der Purchase Path nicht nur auf dem Mobilgerät erfolgt, sondern der Verbraucher fröhlich zwischen Smartphone, Desktop und auch Tablet hin und her wechselt. Cross Device Tracking und Cookieless Tracking sind aktuell die größten Herausforderungen der Onlinemarketing-Branche.

Negative Auswirkungen für Publisher

Die Unterbindung von Cookie-Tracking kann insbesondere für Publisher schnell auch finanzielle Verluste verursachen, denn Marketingverantwortliche können nicht mehr nachvollziehen, welche Werbeanzeige oder welcher Link letztlich zum Klick oder Kauf geführt oder diesen unterstützt hat. Somit entfällt womöglich die Kommission für Publisher, da ihr Beitrag am Kauf oder Lead nicht nachvollziehbar ist.

Die Lösung: Cookieless Tracking

Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Cookie-Blockade zu umgehen: die Methode des Cookieless Tracking. Hierbei erhält jedes Gerät eine einzigartige ID, einen sogenannten "Device Fingerprint", für die bis zu 40 verschiedene nutzerbasierte Attribute in sekundenschnelle ausgewertet werden. Klickt der Nutzer auf einen Link, wird dieser Fingerprint erstellt und mit dem erzeugten Fingerprint beim Kaufabschluss abgeglichen.

Auf diese Weise erhält man trotzdem ein präzises Reporting und Bild der User Journey, auch ohne Cookie. Wichtig hierbei ist auch, dass dabei keine persönlichen Informationen des Nutzers ausgewertet werden. Mit Cookieless Tracking können Marketer den Erfolg ihrer Kampagnen also noch genauer messen und sicherstellen, dass Publisher für den von ihnen generierten Verkauf auch vergütet werden.

Dementsprechend ist dies der nächste Schritt, den Ad Tech-Anbieter gehen und Marketer ihrerseits von den Technologieanbietern einfordern müssen, um sich intelligente Technologie zu Nutze zu machen und damit den ROI des Marketing-Budgets zu optimieren.

In Kombination mit entsprechendem Cross Device-Tracking kann die User Journey so lückenlos vorgehalten werden. Zum nächsten Schritt gehört es aber auch, die entsprechenden Daten verstehen zu können, um die richtigen Anschlusshandlungen abzuleiten. Denn nur dann kann der Werbungtreibende bewerten, welcher Touchpoint welchen Beitrag zur Conversion geleistet hat.

Fehlende Cookies dürfen heute längst keine Rechtfertigung mehr sein, blinde Flecken im Targeting zu entschuldigen. Und wenn ein Advertisingpartner diese Lücken dennoch nicht ausmerzen kann, dann ist ein Wechsel mehr als überfällig!

Das könnte Sie auch interessieren