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Sonstiges 11.10.2016
Sonstiges 11.10.2016

Expert Insights AdFraud: Kampf dem Anzeigenbetrug

Gut 7,2 Milliarden US-Dollar werden in den USA 2016 für Anzeigen verschwendet, die kein Mensch sieht. Dabei wissen viele User gar nicht, dass ihre Browser infiziert sind und im Hintergrund Websites laden, die unsichtbar bleiben.

Eine Debatte über Anzeigenbetrug, auch AdFraud genannt, kann schnell sehr komplex werden, wobei es eine gemeinsame Wahrheit gibt: Wenn Anzeigen auf ungültigen Medien ausgeliefert werden, haben sie keine Chance, das Werbeziel zu unterstützen, da sie von keiner echten Person gesehen werden. Diese Tatsache allein ist Grund genug, warum sich jeder in unserer Branche mit Ad Fraud beschäftigen muss.

Vielen ist nicht bewusst, wie sehr dieses Problem alle Kennzahlen zu Leistung und Effektivität beeinflusst, die unsere Branche für die Erfolgsmessung einsetzt.

Fokus liegt auf Anzeigenbetrug

Als Gründungsmitglied des Zertifizierungsprogramms "Certified Against Fraud", mit dem die Werbebranche AdFraud aktiv bekämpfen möchte, unterstützen auch wir die Werbeindustrie dabei, digitale Werbung sauber zu halten und jegliche kriminelle Aktivität zu unterbinden. Keine einfache Aufgabe, aber zwingend notwendig, denn jeder Euro, der für eine betrügerische Anzeige ausgegeben wird, fehlt dem sowieso schon engen Marketingbudget. Die Zertifizierung kommt von der Trustworthy Accountability Group (TAG), einer branchenübergreifenden Initiative, die explizit zur Bekämpfung von kriminellen Aktivitäten in der Wertschöpfungskette digitaler Werbung gegründet wurde.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Anzeigenbetrug. TAG belohnt Anzeigenkäufer, -verkäufer und Zwischenhändler, die sich an eine Reihe strikter Vorschriften halten, mit dem Qualitätssiegel "Certified Against Fraud". Um dies zu erhalten, müssen sie sich zunächst bei TAG registrieren. Nachdem sie sich einem besonderen Prüfungsverfahren unterzogen haben, dass von Dun & Bradstreet durchgeführt wird, werden sie als legitimer Partner ausgewiesen. Teilnehmer bekommen dann eine TAG-ID, die sie ihren Partnern mitteilen können und die dem Inventar oder den Anzeigen hinzugefügt werden kann. Werbepartner können sie dann bei der Anzeigenplanung als entsprechendes Auswahlkriterium einbeziehen. 

Nicht den Unterhalt von Kriminellen und Betrügern finanzieren

All diese Maßnahmen wurden entwickelt, um uns gegen diejenigen zur Wehr zu setzen, die unsere Branche über den Tisch ziehen wollen. Betrug verhindert, dass Marketing-Aktivitäten die entsprechenden Zielgruppen effektiv ansprechen, was letztlich den ROI schmälert. Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir sicherstellen, dass Marketing-Ressourcen den Geschäftszielen dienen anstatt den Unterhalt von Kriminellen und Betrügern zu finanzieren.

Die meisten großen Werbeagenturen haben die Maßnahmen gegen betrügerische Machenschaften erheblich unterstützt, um so die Investitionen ihrer Klienten zu schützen. Dienstleister für digitale Werbung müssen inzwischen ganz selbstverständlich das TAG-Siegel nachweisen, wenn sie mit diesen Agenturen zusammenarbeiten wollen. Jeder, der eine signifikante Rolle in der digitalen Werbung spielt, sollte sich um dieses Siegel bemühen, damit wir aggressiv gegen die Kriminellen vorgehen können, die unsere Branche untergraben.

Mitten im Wettrüsten

Machen wir uns nichts vor, es findet gerade ein Wettrüsten statt zwischen denen, die sich wirklich dafür einsetzen, Anzeigenbetrug zu bekämpfen und denen, die davon profitieren wollen. Marketing-Verantwortliche wissen, wer die "Guten" sind, wenn es darum geht aus jedem Werbeeuro den größten Wert und ROI zu generieren.

Es ist unsere Aufgabe, Werbungtreibenden, Publishern und Agenturen die technischen Möglichkeiten im Kampf gegen digitalen Anzeigenbetrug aufzuzeigen, um so gemeinsam die Effektivität digitaler Werbung zu verbessern. Denn davon profitiert die gesamte Branche.

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