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Andreas Kulpa
Sonstiges 18.04.2016
Sonstiges 18.04.2016

Andreas Kulpa, Datalovers Verschlafen kleinere Firmen die Digitalisierung?

Andreas Kulpa, Vorstand und COO der Datalovers AG

Datalovers

Andreas Kulpa, Vorstand und COO der Datalovers AG

Datalovers

Etablierte und kleinere Unternehmen tun sich bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle besonders schwer. Mit anderen Worten: Sie sind dabei, die Digitalisierung zu verschlafen.

Als Mitte Februar die Expertenkommission "Forschung und Innovation" Bundeskanzlerin Merkel ihr Jahresgutachten vorlegte, steckte darin eine klare Mahnung: Etablierte und kleinere Unternehmen tun sich bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle besonders schwer. Die Gefahr sei groß, dass sie die Bedeutung des digitalen Wandels unterschätzen. Mit anderen Worten: Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) sind dabei, die Digitalisierung zu verschlafen.

Wie groß diese Gefahr tatsächlich ist, hat die die Datalovers AG in Mainz jetzt genau errechnet. Sie hat 2,4 Millionen Unternehmen in Deutschland daraufhin untersucht, wie sie bei der Digitalisierung aktuell aufgestellt sind. Ein Interview mit Andreas Kulpa, Vorstand und COO der Datalovers AG.
 
Wie digital sind denn deutsche Unternehmen?
Andreas Kulpa: Im Bundesdurchschnitt liegen die Unternehmen auf einer Skala von 0 bis 100 bei 10,32.
 
Das klingt niedrig.
Kulpa: Das klingt nicht nur niedrig, das ist es auch. Im Vergleich dazu liegen große Unternehmen bei 23,43, Unternehmen des TecDax erreichen 33,27 und DAX Unternehmen sogar 43,54. Sie zeigen was möglich ist, um global zu bestehen. Zu den absolut führenden Unternehmen gehören - wie zu erwarten -  digitale Player wie Intel mit einem Wert von 72,72 oder Zalando mit 70,99.
 
Wo besteht Nachholbedarf?
Kulpa: Unternehmen mit einem Umsatz kleiner als 500.000 Euro liegen im Schnitt nur bei einer Digitalisierung von 8,01. Diese stellen jedoch mit einer Anzahl von 1,2 Millionen Euro gut 25 Prozent der wirtschaftlich tätigen Unternehmen dar. Wandel und digitale Transformation sind in diesem Segment noch viel entscheidender für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.
 
Wie kann der Digitalisierungsgrad denn ermittelt werden?
Kulpa: Durch die Bewertung der digitalen Unternehmensabbilder wie Webseiten oder Social-Media- Präsenzen kann sehr präzise auf den Grad der Digitalisierung eines Unternehmens rückgeschlossen werden. Digitale Unternehmen legen mehr Wert auf ihre digitalen Repräsentanzen und investieren auch mehr in diese. Das ist dann unter anderem anhand verwendeter Technologien, Reichweite der Präsenzen, Investitionen in Online-Werbung oder auch das Vorhandensein und die Aktivität in Sozialen Medien analysierbar.

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