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Behn
Sonstiges 30.03.2020
Sonstiges 30.03.2020

Mutmacher des Tages Wie Kartenmacherei.de neue Wege sucht, um Liebe zu zeigen

Kartenmacherei.de-Gründerin Jennifer Behn sucht neue Wege, wie Menschen sich eine Freude machen können.

Kartenmacherei.de

Kartenmacherei.de-Gründerin Jennifer Behn sucht neue Wege, wie Menschen sich eine Freude machen können.

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Hinter unserem "Mutmacher des Tages" stecken Firmen und Händler, die zeigen: Eine Krise birgt auch das Potenzial für Neues und Kreatives - kurzum: für Ideen, die Mut machen. Auch Kartenmacherei.de ist ein Unternehmen, das nach einer Schockstarre aufs Neue kreativ wurde.

Bei den vielen beängstigenden Corona-News, die uns derzeit ereilen, sind Sorgenfalten an der Tagesordnung. Für viele Händler und Unternehmen ist die Zukunft ungewiss. Wir präsentieren an dieser Stelle unseren "Mutmacher des Tages". Dahinter stecken Firmen und Händler, die zeigen: Eine Krise birgt auch das Potenzial für Neues und Kreatives - kurzum: für Ideen, die Mut machen.

Es war in der Nacht zum 6. März, als Christoph und Jennifer Behn erkannten, dass ab sofort alles anders ist. Die Gründer von Kartenmacherei.de, Anbieter von Grußkarten im Web, waren gerade im Urlaub, als Christoph Behn im Schlaf hochschreckte, zu googlen anfing und erkannte, dass die exponentielle Verbreitung des Corona-Virus auch in Deutschland vehement sein eigenes Geschäftsmodell zu bedrohen begann.

Denn in Zeiten von sozialer Distanz finden auch keine Hochzeiten, runden Geburtstage oder Feste zur Kommunion oder Konfirmation statt. Doch mit genau diesen Anlässen und den entsprechenden Papeterie-Produkten dafür - von der Einladung über die Menükarten bis zur Danksagung - erwirtschaftete die Kartenmacherei bislang den Großteil ihres Umsatzes.

Krise meistern im Homeoffice

"Das Erwachen war heftig", sagt Jennifer Behn im Rückblick. "Es war ein riesen Schock, vor allem, weil wir seit Jahresbeginn richtig gut unterwegs waren und endlich die Effekte unserer harten Arbeit der vergangenen Jahre sehen konnten." Noch aus dem Urlaub heraus schworen die Behns ihr Team auf die neue Situation ein - und schickten alle Mitarbeiter schon eine Woche früher als die meisten anderen deutschen Betriebe ins Homeoffice.

Anschließend drehte Christoph Behn zusammen mit dem Team jeden Stein im Unternehmen um, um zu sehen, wo sich Kosten sparen lassen und sich Luft zum Atmen verschaffen lässt. Oberstes Ziel dabei war, keinen Mitarbeiter entlassen zu müssen. Schließlich hatte man in der Vergangenheit große Anstrengungen unternommen, um die besten Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

Ostern statt Hochzeit

Anschließend galt es, trotz Schockstarre kreativ zu werden. "Wir konzentrierten uns auf das eigentliche Ziel der Kartenmacherei", sagt Jennifer Behn, "und das ist, den Menschen Freude zu bringen". Das Team fragte sich: Wenn es nicht die Hochzeit ist, was ist es denn dann? Und da rückte als erstes Ostern in den Blickpunkt.

Osterkarte

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Über Osterkarten hatte die Kartenmacherei zwar schon seit fünf oder sechs Jahren immer wieder nachgedacht, aber nie umgesetzt. Doch jetzt war ihre Zeit gekommen, war das Team überzeugt. Denn wenn Menschen sich zum Osterfest nicht treffen können, bleibt ihnen nur, Geschenke mit hochwertigen Grußkarten zu verschicken. Und auch Unternehmen könnten sich von dem neuen Angebot angesprochen fühlen.

Grafiker und Designer arbeiteten fortan die Nächte durch, um neue Motive zu erstellen - nicht nur für Ostern, sondern beispielsweise auch, um über die Verschiebung geplanter Hochzeits- und Geburtstage zu informieren. Um die neuen Produkte bekannt zu machen, setzte der Händler auf Social Media - und Mailings an die Bestandskunden.

Kunden das Leben verschönern und nicht erschweren 

Gerade denen kommt die Kartenmacherei auch mit extremer Kulanz entgegen. Bestehende Aufträge werden kostenlos storniert. Und wer seine Karte schon drucken ließ, bekommt 60 Prozent Nachlass auf den Nachdruck, wenn ein neuer Termin feststeht. "Wir wollen unseren Kunden ihr Leben verschönern und nicht erschweren. Deswegen kommen wir denjenigen, die ihre Feste verschieben müssen, sehr entgegen und unterstützen, wo wir können", sagt Jennifer Behn.

Die neuen Osterkarten kommen an, die Nachfrage wächst stark. Und für die Zeit nach Ostern hat Behn schon eine Reihe neuer Ideen, die unabhängig vom Eventgeschäft laufen. "Wir versuchen, ältere Wege zu entdecken, wie man Liebe zeigen kann. Kreative Karten zum Beispiel für Kinder, die an ihre Großeltern schreiben, wäre so ein Weg", sagt die Gründerin.

Als absoluter Fan von schöner Papeterie wollte sie derartige Produkte ohnehin schon seit langem ins Sortiment aufnehmen. Doch mit dem Fokus auf Events blieb dafür wenig Zeit. Insofern ist die Krise für die Kartenmacherei jetzt auch eine Chance.

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