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Kurseinbruch bei Kryptowährungen
Sonstiges 05.09.2017
Sonstiges 05.09.2017

Bitcoin, Ether und Co. Chinas ICO-Verbot führt zu Kryptowährungs-Crash

shutterstock.com/Wit Olszewski
shutterstock.com/Wit Olszewski

Kryptowährungen verlieren weltweit rund 20 Prozent an Wert. Experten sehen die Schuld dafür bei der chinesischen Regierung. Diese hatte Bitcoin Anfang der Woche das "Initial Coin Offering" (ICO) untersagt.

Der weltweite Kryptowährunsmarkt hat binnen 48 Stunden rund 20 Prozent an Wert verloren. Der Kurs gleich mehrerer Währungen brach deutlich ein. Am stärksten betroffen waren Bitcoin Cash (-15,41 Prozent), Ethereum Classic (-16,13 Prozent), Ethereum (-16,52 Prozent) sowie IOTA (-20,02 Prozent) und NEO (-35,17 Prozent).

Selbst die bekannteste Digitalwährung Bitcoin büßt 7,72 Prozent ein. Zuletzt wurden hier noch Rekordwerte von rund 4.900 US-Dollar pro Einheit vermeldet. Der Grund für den Kurseinbruch liegt vor allem darin, dass die chinesische Regierung das sogenannte "Initial Coin Offerings" (ICO) von Bitcoin untersagt hatte.

Der Begriff ICO ist analog zu IPO (Initial Public Offering), also dem Börsengang eines Unternehmens zu verstehen. Allerdings unterliegt ein ICO kaum bis keinen staatlichen Regularien. Bei letzterem geht es um die Kapitalbeschaffung von Unternehmen. Zu diesem Zweck werden allerdings, statt Aktien, Token oder ähnliches an die Investoren ausgegeben. Diese können unterschiedliche Funktionen haben. So kann es sich dabei um Firmenanteile handeln oder auch zum künftigen Bezug von Dienstleistungen berechtigen.

Verbot in China war abzusehen

Die Verantwortlichen in China haben ihre eigene Einschätzung zu ICOs abgegeben: "ICOs sind eine Art illegale öffentliche Kapitalbeschaffung, die im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften wie Betrug und Schneeballsystemen stehen", teilte die Zentralbank dazu mit.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatten Experten mit dem Verbot bereits gerechnet: "Weltweit haben Aufsichtsbehörden Schwierigkeiten damit, das Modell der ICO und die Risiken dahinter zu verstehen. Sie müssen erst einmal herausfinden, wie man es am besten regulieren kann", teilte Zennon Kapron, Geschäftsführer der in Schanghai ansässigen Finanztechnologie-Beratung Kapronasia mit. Weiter ist sich der Experte sicher, dass das chinesische Verbot nur vorübergehend bestehe, bis sich die Verantwortlichen über regulatorische Maßnahmen einig sind.

Diese Entwicklung hat dem riesigen Wachstum von Digitalwährungen einen deutlichen Dämpfer verpasst. Der Wert der Währungen war in den letzten Monaten oft um ein Vielfaches angestiegen.

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