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Sonstiges 02.02.2017
Sonstiges 02.02.2017

Ceconomy gründet Vermarkter RMG Metro-Nachfolgerin steigt ins Werbegeschäft ein

Aus Big Data Smart Data machen - das ist die Herausforderung für die neue RMG.

shutterstock.com/Tashatuvango

Aus Big Data Smart Data machen - das ist die Herausforderung für die neue RMG.

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Ein neuer Big Player im Bereich Big Data: Metro-Nachfolger Ceconomy gründet einen eigenen Digitalvermarkter - die Retail Media Group. Diese kommt mit allen Töchtern auf bis zu zehn Millionen Online-Kundenkontakte täglich.

Ende Dezember wurde bekannt, dass sich der Handelsriese Metro in die zwei selbstständigen Unternehmen Metro und Ceconomy aufspaltet. Media Markt und Saturn kommen unter das Dach der Holding Ceconomy. Diese geht jetzt einen Schritt weiter und gründet einen eigenen Digitalvermarkter - die Retail Media Group (RMG).

Die Neugründung verfügt aus dem Stand über einen beachtlichen Datenschatz: Dank der Töchter aus den beiden Aufspaltungen - Saturn, Media Markt, Hitmeister, Redcoon, Metro und Real - kommt man gemeinsam auf bis zu zehn Millionen Online-Kundenkontakte täglich. Nicht überraschend also, dass der Handelsriese so zum führenden Digitalpartner für Werbungtreibende der Handelsbranche werden will.

Kooperationen mit anderen Händlern

Die anonymisierten Nutzerdaten der Töchter sollen zusammengeführt und für zielgruppengenaue Werbekampagnen genutzt werden. Künftig sollen die Kontakte von Webseiten und Online Shops auch mit Offline-Daten verknüpft werden, also Besucher- und Transaktionsdaten aus stationären Stores und anderen Multichannel-Kontaktpunkten.

Geleitet wird die RMG von Richy Ugwu als CEO, der zuvor als Head of Digital Innovation bei der Metro Group tätig war.

"Wir Händler besitzen riesige Datenschätze, die wir heben müssen. Wenn wir uns dabei branchen-übergreifend zusammentun, wird die Kombination dieser Besucher- und Transaktionsdaten, also die profunde Kenntnis von Konsumentenverhalten, zusätzliche Erlösquellen sichern. Denn wir können mit der werbetreibenden Industrie noch passgenauere Online-Kampagnen entwickeln", hofft Pieter Haas, Media-Saturn-Chef und designierter Vorstandsvorsitzender Ceconomy. "Aber auch für uns Händler besteht in der Datennutzung ein erhebliches Potenzial zur besseren Kundenansprache. Wir möchten mit unserer Expertise im Bereich Smart Data und AdTech andere Retailer dabei unterstützen, ihre datengetriebenen Geschäftsmodelle zu optimieren, und bieten ihnen an, mit der RMG zu kooperieren."

Mehr Wert für Aktionäre

Die Aufspaltung hatte Metro im Frühjahr 2016 angekündigt. Der Konzern hofft, dass sich die einzelnen Unternehmensteile getrennt voneinander besser entwickeln können und auf diese Weise auch mehr Wert für die Aktionäre erzielen. Nennenswerte Synergien habe es zwischen dem Lebensmittel- und dem Elektronikgeschäft ohnehin kaum gegeben, hatte Metro argumentiert.

Die neue Metro AG kommt auf einen Umsatz von gut 36 Milliarden Euro, führen wird sie der jetzige Konzernchef Olaf Koch. Media-Saturn-Chef Pieter Haas leitet Ceconomy. Das Unternehmen kam im abgelaufenen Jahr auf etwa 22 Milliarden Euro Umsatz.

Im April 2016 hatte Metro noch die Mehrheit an dem Multichannel-Händler Emmas Enkel übernommen.

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