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Daniel Fallmann von Mindbreeze
Sonstiges 23.12.2014
Sonstiges 23.12.2014

Big Data "Nicht alles auswerten, was möglich ist"

Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze

Mindbreeze

Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze

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Wie definiert sich Big Data und wann ist es auch "smart"? Antworten gibt Daniel Fallmann, Geschäftsführer von Mindbreeze, einem Anbieter von Softwareprodukten.

Wie definieren Sie die Begriffe Big Data und Smart Data?

Daniel Fallmann: Big Data definiert sich für mich durch die vier Vs: Volume, Velocity, Variety und Veracity. Dazu gehören einmal das Datenvolumen, das permanent wächst, die Geschwindigkeit, in der Daten produziert und damit analysiert gehören, die verschiedensten Quellen und Formate sowie die Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit von Daten. Big Data beginnt übrigens nicht erst dort wo Unternehmen viele Tera- oder Petabytes an Daten gespeichert haben. Smart Data hingegen ist für mich die Kunst, Beziehungen zwischen Informationen und Informationsobjekten zu erkennen und zu verstehen. So gibt man Big Data, das zuvor einfach aus bunt zusammengewürfelte Informationen einer chaotischen Ansammlung von ungeheuren Datenmengen bestand, einen semantisch wertvollen "Sinn". "Smart" sind die Daten eben dann, wenn, die Kombinationen auch Sinn ergeben und daraus ein Mehrwert beziehungsweise ein neuer Informationsgehalt entsteht.

Worauf kommt es beim Umgang vor allem an?

Fallmann: Was mir persönlich in diesem Zusammenhang fehlt, ist der Begriff "Responsibility". Dabei geht es nicht darum, alles auszuwerten und zu analysieren, was möglich ist, sondern dort haltzumachen, wo die Grenzen der Verantwortung liegen. Ich führe immer wieder Kundengespräche, die sich mit Big Data und Smart Data beschäftigen. In so gut wie jedem Unternehmen gibt es zwei Fraktionen, die die Big Data in den Himmel heben oder verteufeln. Während die Fachabteilungen wie Vertrieb, Human Resources oder Forschung und Entwicklung vor allem die Chancen sehen, die sich mit Big Data auftun, sind es in größeren Unternehmen in erster Linie die Betriebsräte, die sich kritisch äußern und vor Big Brother warnen.

Wie funktioniert Ihre Mindbreeze-Technologie genau?

Fallmann: Es ist eine intelligente Suchmaschine für Unternehmensdaten, die Informationen semantisch analysiert und versteht. Wir beschäftigen uns seit über zehn Jahren mit der Analyse von Unternehmensdaten.

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es?

Fallmann: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, oft merkt eine Kunde erst im Rahmen eines Gesprächs, wie viele Anwendungsmöglichkeiten er im Unternehmen hat. Besonders interessant ist dabei der Aspekt, Suchabfragen in Bereichen einzusetzen, wo diese im Hintergrund arbeiten. Ich denke hier an die automatische Erstellung von Übersichtsseiten, das sogenannte "Information Pairing", das eine echte 360 Grad Sicht auf zum Beispiel einen Kunden ermöglicht oder die automatische Zuteilung von Eingangsdokumenten. Dabei durchsucht Mindbreeze die Dokumente nach Schlüsselwörtern, Textpassagen oder Sinnzusammenhängen, erkennt diese und teilt das Dokument entsprechend zu. Dabei lernt das System mit. Wird ein Fehler korrigiert, merkt sich Mindbreeze InSpire die neue richtige Lösung.

Für welche Unternehmen und Werbungstreibende eignet sie sich?

Fallmann: Unser Produkt ist branchenunabhängig einsetzbar. Unser Kunden kommen aus der Medienbranche, dem Customer Service Bereich, der öffentlichen Verwaltung. Ebenso nutzen produzierende Betriebe oder Einrichtungen im Gesundheitswesen Mindbreeze. Je nach Anforderung werden anwendungsspezifische Suchanwendungen genutzt.

Wie sieht es dabei in punco Datenschutz aus?

Fallmann: Die Daten bleiben dort, wo sie gespeichert sind, es werden keine Duplikate erstellt. Die Zugriffsrechte werden direkt von der Datenquelle abgerufen, dadurch sieht der Anwender nur jene Inhalte auf die er auch in der jeweiligen Datenquelle lesend zugreifen darf.

Daten haben ist eine Sache - die richtige Auswertung eine andere. Wie Firmen Daten für die Bestandskundepflege oder die Neukundengewinnung sinnvoll nutzen können, darum geht es auf der neuen Konferenz SMART DATA Summit, die am 29. Januar 2015 in München stattfindet.

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