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Frau mit dreckiger Bluse
Sonstiges 28.06.2018
Sonstiges 28.06.2018

Meine Top-Kampagne #allesindgleich: Wie Pro Infirmis Handicaps kommuniziert

Screenshot/YouTube
Screenshot/YouTube

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren Experten aus der Digitalbranche exklusiv für uns aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche kommentiert Dominik Romer, CEO der Adnymics GmbH.

Von Dominik Romer, CEO der Adnymics GmbH

Verknotete Kopfhörer, ein auf die Marmeladenseite gefallenes Butterbrot und ein mit Tomatensoße besprenkeltes Outfit beim ersten Date: So oder so ähnlich sehen sie aus - die Alltagssituationen, die jeder Betroffene unweigerlich mit ­einem genervten Seufzer quittiert. Eben Situationen, die jeder von uns kennt, aber keiner so recht erleben mag.

Genau diese alltäglichen Ärgernisse nimmt Pro Infirmis, die größte Organisation der Schweiz für Menschen mit einer Behinderung, jetzt zum Anlass, die Botschaft ihrer aktuellen Kampagne zu kommunizieren.

Unter dem Hashtag #allesindgleich zeigt die Organisation Menschen mit den verschiedensten Handicaps in nervigen Alltagssituationen: Sei es das tückische Salatblatt zwischen den Zähnen, das zum unfreiwilligen Hingucker während eines Meetings wird, die zerrissene Einkaufstüte oder auch der störrische Münz­automat, der unermüdlich die Münzen Retour schickt: Der 100-Sekünder, umgesetzt von der Agentur Thjnk Zürich, regt den Zuschauer zum Nachdenken an. Denn die Organisation nutzt ­genau diese lästigen Alltags­momente, um den Fokus weg von den Unterschieden hin zu den Gemeinsamkeiten aller Menschen zu richten. Mit ihrer Kampagne, die seit Ende Mai sowohl digital in Social ­Media als auch ganz klassisch als Anzeigen- und Plakatkampagne läuft, setzt sich die Organisation für die Gleichstellung von Menschen mit einer Behinderung ein.

Besonders charmant finde ich, dass es Pro Infirmis gelingt, zwei Botschaften geschickt in einem Spot zu vereinen: Er transportiert das sensible Thema Inklusion auf humorvolle Art und Weise und regt  gleichzeitig den Zuschauer zum Weiterdenken an. Denn parallel zur Message "Alle sind gleich - niemand ist gleicher" appelliert er an die Gesellschaft, sich bewusst zu machen, dass jeder seinen Beitrag dazu leisten kann (und sollte!), den Alltag gehandicapter Mitmenschen zu verbessern.

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