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Usability im Web
Sonstiges 10.12.2009
Sonstiges 10.12.2009

Usability im Web

Das Internet lebt von seiner Benutzbarkeit. Wer online erfolgreich sein will, muss den Nutzer auf seiner Seite halten und das funktioniert am besten, wenn sich diese intuitiv bedienen lässt. Frank Puscher will mit seinem Leitfaden Web-Usability das Bewusstsein für die Benutzerfreundlichkeit schärfen.

Bei der Gestaltung eines Ladengeschäfts wird nichts dem Zufall überlassen. Jeder Artikel erhält nach Möglichkeit einen Platz, an dem er die Aufmerksamkeit des Kunden auf sich zieht. Anders als im realen Leben können Kunden in der virtuellen Welt viel schneller den Shop wechseln. Während man im Laden noch zu suchen beginnt, springt der Onlinekunde rasch zum nächsten Shop und ist damit verloren.

Schlecht lesbare Seiten, schwer zu findende Links, dysfunktionale Suchen oder undurchdringliche Formulare sorgen für eine hohe Frustration des Nutzers. Puscher zeigt an unzähligen, farbig bebilderten Beispielen, wo die Nutzbarkeit von Internetseiten zumindest eingeschränkt ist und welche Funktionen unabdingbar sind und was sie leisten müssen. Dabei stehen nicht nur Websites und Webshops im Fokus.

Ein eigenes Kapitel widmet Puscher auch der Marketing-Usability. Er erklärt, welche Kampagnen problematische Fehler haben und welche Kombination aus Anzeige und Landingpage erfolgreich ist. Ans Ende einiger Kapitel setzt der Autor Checklisten, die die wichtigsten Aspekte samt allgemeiner Handlungsempfehlungen zusammenfasst.

Leider sind die zehn Punkte umfassenden Listen recht lang geraten. Eine prägnante Zusammenfassung hätte den Leitfaden-Charakter des Buches untermauern können. Interviews mit dem Usability-Guru Jakob Nielsen und Jack Aaronson und Jürgen Wiest sind zwar unterhaltsam zu lesen, bestätigen jedoch nur das bereits Gesagte ohne eine neue Perspektive aufzuwerfen.

Ein Kapitel erklärt dem Leser, wie er die Usability seiner Webseiten testen kann und reißt kurz an, welche Verfahren es dafür gibt. Welche Tools es gibt und was sie leisten, erfährt er dagegen nicht. Während das Buch über weite Strecken vor allem eine anschauliche und unterhaltsame Reise durch die Abgründe der Benutzerfreundlichkeit ist, wird das letzte Kapitel tatsächlich einem Leitfaden gerecht. Hier findet der Leser konkrete Vorschläge, wie er inhouse das Thema Usability-Optimierung angehen kann. Schade nur, dass man sich bis dahin durch 200 teils recht langatmige Seiten lesen muss.

Fazit:

Das Buch steckt voller Anregungen, ist unterhaltsam zu lesen und bringt allerdings erst ganz am Ende konkrete Handlungsanweisungen und Tipps. Ein bisschen mehr Kürze und Präzision hätte dem Buch nicht geschadet, auch wenn darunter der humorige und teils ironische Ton gelitten hätte.

Frank Puscher: Leitfaden Web-Usability. dpunkt.verlag, Heidelberg. 34,00 Euro.

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