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Analyse
Sonstiges 10.06.2016
Sonstiges 10.06.2016

US-Marktforscher Axel Springer kauft eMarketer für 242 Millionen US-Dollar

shutterstock.com/bloomua
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Axel Springer übernimmt für rund 242 Millionen US-Dollar 93 Prozent von eMarketer. Der Kauf des US-Unternehmens soll die Strategie, mit digitalen Aktivitäten im englischsprachigen Raum zu wachsen, stärken.

Im vergangenen Jahr übernahm Ströer Statista. Nun setzt auch Axel Springer auf einen Anbieter von Analysen, Studien und digitalen Marktdaten: Der Konzern erwirbt 93 Prozent der Anteile an eMarketer. Die Transaktion erfolgt auf der Grundlage einer Unternehmensbewertung von eMarketer von rund 250 Millionen US-Dollar. Unter Berücksichtigung der liquiden Mittel und Verbindlichkeiten zahlt Axel Springer für 93 Prozent der Anteile damit einen Betrag von rund 242 Millionen US-Dollar.
 
Die beiden Mitgründer Terry Chabrowe, Chief Executive Officer, und Geoff Ramsey, Chief Innovation Officer, werden mit zusammen rund sieben Prozent der Anteile beteiligt bleiben. Sie sollen auch ihre Funktionen weiterhin ausüben.

Bezahlmodelle stärken

"Da sich mehr und mehr Branchen der Herausforderung der Digitalisierung stellen, wird es immer wichtiger, relevante Marktinformationen auf intelligente Weise zu generieren, zu verarbeiten und zu präsentieren", meint Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE. "Mit der Übernahme von eMarketer folgen wir unserer Strategie, die Aktivitäten auf dem US-Markt auszubauen und unsere Bezahlmodelle zu stärken", so Döpfner weiter. Zudem passe eMarketer zu den Fachdiensten BI Intelligence und Politico Pro in Europa.
 
eMarketer bietet Geschäftsinformationen in den Bereichen digitales Marketing, digitaler Vertrieb und digitale Trends. Die Studien, Datenbanken, Statistiken, Infografiken und Prognosen des Unternehmens werden nach eigenen Angaben jährlich über 65.000 Mal von internationalen Medien zitiert. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und beschäftigt mehr als 180 Mitarbeiter.
 
2015 erzielte eMarketer einen Umsatz von 45,5 Millionen US-Dollar und ein EBITDA von 13,5 Millionen US-Dollar. Für 2016 erwartet eMarketer einen Umsatz von rund 53 Millionen US-Dollar. Die Abo-Angebote tragen rund 81 Prozent zu den Erlösen von eMarketer bei. Der übrige Anteil stammt von der Website des Unternehmens, die frei zugängliche Informationen bietet, sowie den Newslettern.
 
Axel Springer finanziert die Akquisition mit Mitteln aus bestehenden Kreditlinien. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

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