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Apple setzt deutsche Verleger unter Druck
Sonstiges 02.02.2011
Sonstiges 02.02.2011

Apple setzt deutsche Verleger unter Druck Ein Ultimatum bis zum Sommer

Sieht gut aus: eine Zeitung auf dem iPad

Sieht gut aus: eine Zeitung auf dem iPad

Wer digitale Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften auf Apple-Produkten verkaufen will, muss diese Transaktion auch über den App-Store abwickeln - das findet jedenfalls Apple. Mitarbeiter des Computerkonzerns sind derzeit bei deutschen Verlagen zu Besuch.

Mit im Gepäck der Abgesandten: ein Ultimatum. Bis zum Sommer hätten die Verlage noch Zeit, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, berichtet die app-store-apple-stellt-verlagen-ultimatum/60006629.html:FTD. Dass künftig alle In-App-Verkäufe über Apple laufen sollen, hat vor allem finanzielle Gründe: Von allen Transaktionen im App Store behält der Konzern 30 Prozent Umsatzbeteiligung ein.

Das Problem betrifft nicht nur die Zeitungsverleger: Apple hat vor zwei Tagen eine Applikation von Sony zurückgewiesen, über die User E-Books aus dem Sony Ebook Store kaufen und lesen können. Auch Amazon bietet eine Kindle-Anwendung an, mit der iPad-Nutzer Bücher direkt beim Onlinehändler bestellen können.

Bisher war der App Store besonders für seine strikte inhaltliche Kontrolle bekannt gewesen: Apple will keine Pornografie auf seinen Geräten. Einige Inhaltsproduzenten haben deshalb ihre Inhalte über Umwege wie webbasierte Abos an den Mann gebracht.

Problematisch ist, dass über den App Store noch keine Abonnements vertrieben werden können. Der Axel Springer Verlag bietet als erster deutscher Verlag ein Kombiprodukt aus iPad und einem Abo für die digitalen und gedruckten Ausgaben von Bild und Welt an. Die große Mehrheit, nämlich 83 Prozent der internetworld.de-Leser, hält dieses Geschäftsmodell für erfolgversprechend.

Am fehlenden Abonnementmodell soll auch die ursprünglich für Mitte Januar 2011 geplante Vorstellung der Tablet-Zeitung "The Daily" von News Corp gescheitert sein, die Präsentation soll heute stattfinden.

Bis 2015 werden die E-Commerce-Umsätze, die aus Apps heraus getätigt werden, auf knapp 2,4 Milliarden Euro anwachsen - das entspricht einem Wachstum von 45 Prozent im Jahr, hat die Managementberatung Mücke, Sturm & Company analysiert.

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