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Apple Siri
Sonstiges 21.11.2016
Sonstiges 21.11.2016

Vollautomatisches IT-Management Wenn Siri den Admin ersetzt

Shutterstock.com/Soze Soze
Shutterstock.com/Soze Soze

Noch ist es nicht so weit, aber das Unternehmen CA Technologies arbeitet bereits an Lösungen für vollautomatisches IT-Management. Anwender können dann via Apples Sprachsteuerung Siri zusätzliche Server buchen.

Business-IT meets Consumer Electronics: Per Sprachsteuerung koordinieren Anwender heute Termine und recherchieren Fakten im Web. Die Technologien wie Apples Siri oder Google Assistant eignen sich für einfache Anforderungen. Für den Software-Anbieter CA Technologies ist es denkbar, dass die sprachgesteuerten Dienste in Zukunft auch komplexere Aufgaben übernehmen. An der Hausmesse "CA World" in Las Vegas sah CEO Mike Gregoire in die Zukunft: In den Labors des US-amerikanischen Anbieters gehorche Siri bereits aufs Wort, wenn die Ingenieure zusätzliche Server bereitstellen oder Speicher neu allozieren wollen.

Bei dem sprachgesteuerten System-Management helfen ein hoher Grad an Automatisierung und Analytik-Lösungen. Gregoire gestand ein, dass sich die Sprachsteuerung in den CA-Labors noch in einem frühen Experimentalstadium befindet. Hingegen weiter fortgeschritten seien die Programmierer mit den Automatismen für das Infrastruktur-Management. Durch die neue Integration der Produkte CA Application Performance Management (APM) und CA App Experience Analytics könnten Administratoren festlegen, dass bei hoher Last auf den Systemen automatisch Ressourcen zum Beispiel aus der Cloud zugebucht werden. Auch die Ursachen von langen Ladezeiten von App-Inhalten, das Nutzungsverhalten oder allfällige systembedingte Verbindungsabbrüche sollen sich ohne Benutzereingriff identifizieren sowie korrigieren lassen. Dabei unterstützt APM neu auch die Container- und die Microservices-Technologie.

Der Kühlschrank und der Mainframe

Die CA-Lösungen für APM sind laut Forrester marktführend. Laut den Analysten gilt das auch für das Identity and Access Management. CEO Gregoire sagte in seiner Eröffnungsrede vor rund 5.000 Gästen, dass dem Access Management durch die massive Vernetzung im Interent of Things eine noch größere Bedeutung zukommt. "Wenn Verbraucher den Inhalt und den Betriebszustand ihres Kühlschranks per iPhone-App prüfen können, dann müssen beide Geräte besonders geschützt sein", sagte der CEO. Denn niemand wolle die Kontrolle über die Kühlung oder sein Smartphone verlieren, nur weil eines der beiden eine offene Hintertür besitzt. Neue Lösungen wie CA Identity Service würden es sowohl den Herstellern von Kühlschränken als auch Smartphones erlauben, die Zugriffsrechte für Apps zentral zu steuern. Eine neue Software für die Temperatursteuerung könnte nur für Benutzer mit Rechten für die Kühlschrankwartung freigeschaltet werden. 

Was für die Kühlschränke gilt, gilt bei CA natürlich ebenfalls für den Mainframe. Die Software für Großrechner trägt weiterhin einen bedeutenden Teil zum Umsatz des US-Konzerns bei. Wie Mark Sturzenegger aus der Schweizer CA-Organisation com! professional sagte, gäbe es Bedarf für Privileged Access Management und Data Discovery auch auf dem Mainframe. Diese Anforderungen adressiere CA mit Threat Analytics for Privileged Access Manager auf Basis der im Vorjahr zugekauften Xceedium-Technologie. Die neue Lösung modelliert das Verhalten privilegierter Benutzer und bewertet das Risiko anhand von Faktoren wie Berechtigungsstufen, Daten im Zugriff, Dauer der Aktivität und dem Verhalten bei früheren Arbeiten. Bei Verdacht löst das System automatisch Kontrollen aus - es zeichnet die Sessions auf, verlangt mehr Authentifizierung oder warnt die Sicherheitssysteme. 

Trumps Vorgaben für CA

Diverse der neuen Funktionen in den CA-Produkten stammen aus den eigenen Labors. Damit sah CEO Gregoire sein Unternehmen schon jetzt die Vorgaben des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump erfüllen. Er will mehr Produktion in die Vereinigen Staaten zurückholen. Jedoch bezweifelte Gregoire, dass seine Kunden die Vorgaben in Zukunft ebenfalls erfüllen können. Denn die Zukunft aller Branchen liege weniger in der Herstellung von Gütern. Vieles davon werde automatisiert. Zum Differenzierungsmerkmal werde die Entwicklung und Anwendung von Software. Für beide Disziplinen liefere CA die passenden Tools.

DevOps auch für den Mainframe

Analysten bescheinigen dem Hersteller ein funktional gutes Portfolio für die Disziplin DevOps, dem Zusammenspannen von Developer und Operations. Bisher waren die Tools jedoch nur für herkömmliche Infrastrukturen verfügbar. Untypisch für CA, das sich auf die Fahne schreibt, Lösungen für alle Plattformen zu bieten. Folgerichtig präsentiert der Konzern eine Anwendung, mit der DevOps auch den Mainframe erreichen: Release Automation Connector for z/OS soll Quellcode-Management und kontinuierliche Software-Verteilung auf Großrechnern erlauben.

Agile ist kein Spielzeug

Die Software entwickelt CA heute nach eigener Aussage mit agilen Methoden. Dabei nutzt der Hersteller die hauseigenen Lösungen. Wichtigstes Werkzeug dabei ist die ALM-Plattform (Application Lifecycle Management) Agile Central. Das Tool besitzt neu personalisierbare Navigationselemente, verbesserte Automatisierungs- und Reportingfunktionen sowie einen Hub, in dem Teams ihre Projekte gemeinsam und synchron planen, priorisieren und Arbeitsschritte nachvollziehen können.

Agile Central stoße in Europa auf reges Interesse, sagte Sven Mulder, Vice President Central Europe bei CA. Im Unterschied zu den Lösungen der Wettbewerber könne CA eine Enterprise-Plattform für Agile Management liefern. Die Marktbegleiter hätten lediglich Lösungen für Teams im Portfolio. Mulder nannte Agile Central ein "ernsthaftes" Werkzeug, während man mit den Anwendungen der Konkurrenz nur "herumspielen" könnte.

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