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Gerichtsstreit um illegale Preisabsprachen bei Apples E-Books
Sonstiges 11.07.2013
Sonstiges 11.07.2013

Gerichtsurteil zu Preisabsprachen bei Apples E-Books Schuldig im Sinne der Anklage

E-Books kommen Apple jetzt teuer zu stehen

E-Books kommen Apple jetzt teuer zu stehen

Ein amerikanisches Bundesbezirksgericht hat Apple schuldig gesprochen, wettbewerbswidrige Preise für E-Books abgesprochen zu haben. Dem iPad-Hersteller droht nun eine Strafe und die Verpflichtung zur Zahlung von Schadensersatz.

Seit Juni 2013 muss sich Apple vor dem US-Bezirksgericht in New York verantworten. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll bei der Einführung des iPads gemeinsam mit einigen US-Verlagen überhöhte und damit wettbewerbswidrige Preise für E-Books durchgesetzt haben. Jetzt hat das Gericht das Urteil gesprochen: Apple ist schuldig und muss nun mit einer Strafe und der Verpflichtung zur Zahlung von Schadensersatz rechnen. Über deren genaue Höhe soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, berichtet heise.de. In die Wege geleitet wurde das Verfahren vom amerikanischen Justizministerium bereits vor mehr als einem Jahr. Die aktuelle Entscheidung begründete die Richterin damit, dass ohne die Organisation von Apple die illegalen Absprachen zur Erhöhung der Preise für E-Books Anfang 2010 nicht erfolgreich gewesen wären.

Zum Verkaufsstart des iPads vor drei Jahren wurde Apple bezichtigt, gemeinsam mit Verlagen die Preise für digitale Bücher künstlich erhöht zu haben. Zum damaligen Zeitpunkt war Amazons Kindle Marktführer - aktuelle Lese-Bestseller für den Reader wurden zum Preis von zehn US-Dollar verkauft, wobei Amazon den Verlagen beim Einkauf der Titel einige Dollar pro E-Book mehr zahlte. Ärger gab es dann in der Buchbranche, weil befürchtet wurde, die Preisvorstellungen der Leser könnten sich durch diese Billig-Praxis dauerhaft ändern.

Apple Gegenangriff mit dem iPad sahen viele Verlage als Chance auf einen ernsthaften Konkurrenten zu Amazon. Daher einigten sich die amerikanischen Verlage unter Apples Führung auf ein sogenanntes "Agentur-Modell" - ähnlich der deutschen Buchpreisbindung. Die Verlage bestimmten den Preis - Apple sicherte sich die übliche Kommission von 30 Prozent. Durch die sogenannte Klausel der "most favored nation" versprachen sich beide Seiten außerdem, dass es die Bücher nirgendwo günstiger zu kaufen geben sollten. Auch Amazon passte daraufhin Amazon seine Preise an. Nachdem das Justizministerium begonnen hatte, juristisch dagegen vorzugehen, einigten sich die großen Verlage mit der Justiz auf millionenschwere Vergleiche. Nur Apple weigerte sich bis zuletzt.

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