Offener Brief 29.08.2019, 10:20 Uhr

YouTube wirbt um das Vertrauen seiner Nutzer und Werbekunden

Missbrauch gibt es auf allen sozialen Plattformen. In einem offenen Brief nimmt YouTube dazu nun Stellung und erklärt, wie es seine Community schützen - und seinen Werbekunden eine sichere Werbeumgebung bieten will.
(Quelle: shutterstock.com/Bloom Design
)
YouTube-Chefin Susan Wojcicki will sicherstellen, dass das Videoportal weiterhin eine offene Plattform bleibt, auf der Community und Werbekunden in einem geschützten Umfeld agieren können. In einem offenen Brief schrieb Wojcicki, es sei im Interesse des Unternehmens, das Vertrauen der Nutzer und der Advertiser langfristig zu stärken. 
Anlass des Kommunikationsvorstoßes dürfte wohl die Kontroverse um YouTubes Moderationsbemühungen sein. Rassistische, politisch extremistische oder anderweitig verstoßende Inhalte versucht YouTube nicht nur mit der Anwendung seiner Richtlinien zu bekämpfen, sondern auch mit Moderationsteams, die Beiträge entfernen und Nutzer gegebenenfalls von der Plattform ausschließen. Dennoch will die Plattform "Offenheit" praktizieren - und nimmt in Kauf, dass manche extremistische Inhalte online bleiben.

Hervorhebung vertrauenswürdiger Nachrichtenquellen

Laut Wojcicki machen solche problematischen Inhalte aber nur einen Prozent der Inhalte auf YouTube aus. Wojcicki bekräftigt jedoch den Ansatz, durch Moderation und Richtlinienverschärfung den Missbrauch der Plattform weiter zu bekämpfen. Dies geschehe durch die Entfernung und Einschränkung der Verbreitung von schädlichen Inhalten und der Hervorhebung vertrauenswürdiger Nachrichtenquellen. 
Für Werbetreibende interessant: Die Mindestvoraussetzungen für Einnahmen, die Kanäle erfüllen müssen, wurden verschärft. Damit sollen nur vertrauenswürdige und berechtigte YouTube Creators belohnt werden, da nicht alle Inhalte, die auf YouTube erlaubt sind, zu den Marken der Werbetreibenden passen. "Wir müssen gewährleisten, dass ihre Anzeigen nur bei Inhalten ausgeliefert werden, mit denen sie einverstanden sind", so Wojcicki. 
Änderungen an den YouTube-Richtlinien plant Wojcicki derzeit allerdings nicht. Um die Plattform attraktiv zu halten, müsse YouTube "die richtige Balance zwischen Offenheit und Verantwortung finden", so Wojcicki abschließend.



Das könnte Sie auch interessieren