Digitalwelt in Zahlen 29.08.2017, 08:10 Uhr

YouTube: Von der Werbeplattform zum Social Network

YouTube arbeitet daran, seine Plattform sowohl für Advertiser als auch für User attraktiver zu gestalten. In den vergangenen Monaten gab es zahlreiche Neuerungen und auch für die Zukunft hat das Video-Portal einiges geplant.
(Quelle: shutterstock.com/Castleski)
YouTube wird nicht nur durch die Einführung neuer Funktionen für User als soziales Netzwerk immer relevanter, sondern auch für Werbungtreibende. Seit 2005 können Nutzer auf der Plattform Videos streamen. Im Oktober 2006 wurde YouTube dann zu einer Tochtergesellschaft von Google Inc.
Aktuell nutzen das Videoportal weltweit mehr als eine Milliarde aktive User weltweit (Stand Januar 2017). Die durchschnittliche Nutzungsdauer auf YouTube lag im vierten Quartal 2016 in Deutschland unter den 14- bis 49-Jährigen bei elf Minuten pro Tag. Der Anteil der aktiven und passiven YouTuber User an den Social-Media-Nutzern in Deutschland belief sich auf 69 Prozent.

Werbung auf YouTube

Dementsprechend finden sich auf dem Videoportal zahlreiche relevante Zielgruppen, die es als Advertiser zu adressieren gilt. Hierzu können Werbungtreibende verschiedene Varianten wählen, um ihre Ads zu platzieren.
Zum einen bietet YouTube Werbeclips an (InStream Ads), die vor, während oder nach dem Hauptvideo abgespielt werden können. Der User hat bei diesen Anzeigen die Möglichkeit nach einer Spielzeit von fünf Sekunden mit dem Klick auf den "Überspringen"-Button unten rechts im Video den Werbeclip zu beenden. Durch den Klick gelangt der Viewer direkt zum ausgewählten Video-Content.
Kurze Clips, die nicht übersprungen werden können (Non Skippable Ads), haben eine Länge von maximal 30 Sekunden. Der Nutzer kann das Abspielen den Spots nicht stoppen und muss ihn bis zum Ende ansehen, um zum Hauptvideo zu gelangen.
Des Weiteren gibt es auf YouTube sogenannte Bumper Ads. Dabei handelt es sich um Werbevideos mit einer Länge von fünf bis sechs Sekunden. Auch diese Clips können vom User nicht übersprungen werden.
Mit "gesponsorten Infokarten" können Werbungtreibende Informationen einblenden lassen, die zum Inhalt des Videos passen. Dabei kann es sich beispielsweise um Produkte handeln, die im Video gezeigt werden. Ebenso gibt es halbtransparente Overlay-Anzeigen, die im unteren Fünftel von Videos eingeblendet werden.

Vor wenigen Tagen launchte YouTube sein neues Anzeigenformat "Bumper Ads". Wir präsentieren einige - sehr unterschiedliche - Meinungen zu Googles neuem Werbeformat.

Ads im sicheren Umfeld

Um sicherzustellen, dass Anzeigen nicht vor eher fragwürdigen Inhalten abgespielt werden, hat die Video-Plattform vor wenigen Monaten die 10.000 Views-Schwelle eingeführt. Seitdem erlaubt YouTube keine Werbeeinblendungen auf Kanälen, die weniger als 10.000 Ansichten verzeichnen.
Vor dieser Neu-Regelung war die Teilnahme am Werbeprogramm denkbar einfach: Sobald ein Nutzer ein Konto eröffnet hatte, konnte die Werbeeinblendung neben Videos aktiviert - und damit Geld gemacht werden. Mit der Einführung der 10.000 Ansichten-Schwelle kann YouTube-Kanäle nun zuerst auf ihre Seriosität überprüfen, bevor auf ihnen Werbeeinblendungen stattfinden.
YouTube will aber nicht nur seine Monetarisierungsmöglichkeiten ausbauen und attraktiver gestalten. Insbesondere die Bedürfnisse der User und deren Verweilen auf der Video-Plattform stehen im Fokus.

Die Wandlung zum sozialen Netzwerk

Begonnen hat auf YouTube alles mit dem Streamen von Videos. Doch die User tauschen sich von Anfang an gerne mit anderen über die konsumierten Inhalte aus. Bisher haben sie das allerdings außerhalb des YouTube-Ökosystems getan. Das will das Streaming-Portal jetzt ändern und hat für seine User neue Funktionen ausgerollt. Ab sofort können die YouTube-Nutzer innerhalb der App Nachrichten verschicken und auch Videos teilen. Somit will YouTube künftig dafür sorgen, dass die Video-Konsumenten auch für den Austausch über Videos im eigenen Umfeld verweilen können.
Auch für Zukunft hat das Videoportal einiges geplant: Laut CEO Susan Wojcicki will YouTube unter anderem Virtual-Reality-Funktionalitäten zugänglicher und einfacher machen. Zu diesem Zweck hat das Videoportal bereits in Kooperation mit Daydream ein neues Format namens VR180 entwickelt, das 3D-Videos erstellt.
Der Nutzeroberfläche hat YouTube erst kürzlich überarbeitet und sowohl der Desktop-Version als auch der App vor wenigen Tagen ein Update verpasst. Unter anderem können User nun in der YouTube-App Videos im Hochkant-Format auch im Fullscreen ansehen. Mit der Neuerung zieht der Video-Dienst mit Snapchat, Instagram und Facebook gleich. Denn diese sozialen Netzwerke bieten bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, Videos im Hochkant-Format ohne Einschränkungen abzuspielen.




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