Jack Dorsey auf der dmexco 14.09.2017, 09:55 Uhr

Twitter setzt weiterhin auf 140 Zeichen

Die Überlegungen, bei Twitter die Beschränkung auf 140 Zeichen pro Nachricht aufzuheben, sind endgültig vom Tisch. Das bestätigte CEO Jack Dorsey höchstselbst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Rande der dmexco in Köln.
(Quelle: shutterstock.com/Bloomua)
Vor einiger Zeit noch hatte der Twitter-Chef öffentlich mit dem Gedanken gespielt, den Nutzern mehr Platz in den Tweets einzuräumen, damit sie sich besser ausdrücken können. Damit ist nun offenbar Schluss. "Wir glauben, dass es wirklich wichtig ist, diese Kürze beizubehalten", sagte Jack Dorsey zur dpa am Rande der Digitalmesse dmexco in Köln. "Ist es diese Einschränkung, die Twitter zu Twitter macht?" Die Beschränkung auf 140 Zeichen geht darauf zurück, dass der Dienst ursprünglich auf Basis von SMS-Nachrichten aufgebaut war. Von den insgesamt 160 Zeichen für eine SMS waren 20 für technische Daten der Provider vorbehalten. Twitter nutzte diese 20 zusätzlichen Zeichen, um unter anderem den @-Nutzernamen unterzubringen.
Dorsey verteidigte das auf Werbung wie von Unternehmen bezahlte Tweets basierte Geschäftsmodell von Twitter, obwohl der Kurznachrichtendienst chronisch rote Zahlen abliefert. "Wir haben ein Werbegeschäft seit sechs Jahren, und es ist sehr stark. Es ist aber unsere Entscheidung, ins Wachstum zu investieren." Der Konzern habe genug Geld auf der Bank, um das Geschäft weiter auszubauen. Im vergangenen Jahr war über Übernahmegespräche mit Disney sowie anderen Interessenten wie Salesforce berichtet worden. Dorsey sagte auf der dmexco erstmals, dass die Verkaufsverhandlungen von Twitter selbst beendet worden seien.
Twitter-Mitgründer Dorsey, der 2015 an die Firmenspitze zurückgekehrt war, will den Dienst konsequent auf Aktualität ausrichten: "Wir fokussieren uns darauf, der Ort zu sein, an dem man am schnellsten erfährt, was auf der Welt passiert." Das zuletzt mäßige Wachstum der Nutzerzahlen will er unter anderem dadurch steigern, dass den Leuten schneller für sie persönlich relevante Informationen angezeigt werden.

Twitter hat rund 330 Millionen aktive Nutzer, während Facebook auf über zwei Milliarden kommt. Zugleich sei sein Dienst eine andere Art von Plattform, sagte Dorsey: "Die Leute kommen nicht zu Twitter, um mit Freunden oder Familie zu kommunizieren. Sie kommen, weil sie nach etwas suchen, und sie treffen Leute entsprechend diesen Interessen."




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