Expert Insights 20.12.2016, 08:10 Uhr

Social-Media-Rückblick 2016: Ein snaptastisches Jahr

Ja, auch dieses Jahr ist im Bereich Social Media viel passiert: Einige Kanäle gingen durch die Decke, manche blieben hinter ihren Erwartungen und andere stehen kurz vor dem Durchbruch.
Philipp Thurmann, Gründer und Geschäftsführer Strategie der Berliner Social-Media-Agentur Buddybrand
Weil es immer netter ist, mit etwas Schönem einzusteigen, kommen sie hier: meine Gewinner in 2016:

Snapchat

Der trendige Social-Media-Kanal für eine junge Zielgruppe hat nicht nur als einer der ersten gekonnt auf die Kommunikation mit verfänglichen Bilder (anstatt von Textnachrichten) und Videos gesetzt, sondern macht mit den neuen Spectacles-Brillen auch das richtig, was Google mit seinen Glasses vor nicht allzu langer Zeit falsch gemacht hat: sinnvoller Nutzen, alltagstaugliches Design, attraktiver Preis. Folglich sind die Warteschlangen an den Verkaufsstellen in den USA so lang wie beim Release von Apple-Produkten.
Und auch wenn viele in unserem Alter (und aufwärts) bis heute die App nicht bedienen können: Snapchat ist das heißeste, was Social Media momentan zu bieten hat und nebenbei das Lebensgefühl einer mobilen Generation - gegenüber Mama und Papa, die sich noch auf Facebook und Instagram tummeln.

Instagram

Instagram sind Nachmacher. Sie haben sehr hübsche Bilder und eine Menge mehr oder weniger großer Influencer, aber in Sachen Bewegtbild zu Jahresbeginn auch ganz schön bei Snapchat abgekupfert. Alles nur geklaut? Naja, machen ja eigentlich alle irgendwie.
So hatte Instagram mit dem Launch von Live Videos die Nase vorn, was wiederum Snapchat munter zum Nachahmen animierte. Es gleicht sich alles also irgendwie aus, und aufgrund des starken Wachstums ist Instagram definitiv einer der Gewinner 2016.

Livestreaming

Alle tun es: Facebook, Periscope, YouTube, Twitch und auch Instagram ist auf den Trichter gekommen. Warum? Live Streaming ermöglicht es nicht nur den Moment festzuhalten, sondern ihn live mit Freunden und Followern zu teilen. Aktueller und authentischer geht es fast nicht (wobei man natürlich auch einen Live Stream wochenlang vorbereiten kann), und der Vergänglichkeitsaspekt verleiht dem Trend eine Extraportion Exklusivität - mit anderen Worten: wenn weg, dann weg. Mobile Live Streaming hatte 2016 seinen Durchbruch und wir sind sicher, dass es 2017 weiter Einzug in jegliche Kommunikationskanäle halten wird.

Mikro-Influencer

Alle reden von Dner, DaggiBee und Sarazar. Aber Vorsicht: Bei Influencer-Marketing-Aktionen mit solchen Webstars drohen hohe Budgets und empfindliche Streuverluste.
Viel effizienter ist da ist die Zusammenarbeit mit sogenannten Mikro- oder Longtail Influencern. Das sind Influencer mit einer Reichweite von 1.000 bis 20.000 Followern. Vorteil: Sie fokussieren sich meist auf ein Thema und die homogene Followerschaft erzielt deutlich höhere Engagement-Raten. So lassen sich Markenbotschaften gezielt und ohne große Streuung platzieren.
Für Brands bedeutet das, dass diese Mikro-Influencer oft schon in der eigenen Community gefunden werden und sie mit "Money can't buy"-Incentives wie exklusiven Informationen oder kleinen Marken-Goodies aktiviert werden können.
Erste Unternehmen wie DM haben das auch in Deutschland für sich erkannt und sind damit sehr erfolgreich.

Bots, Snapchat und Video: Ein Trend jagt im Social Media Marketing den anderen. Doch welches Thema ist mehr als heiße Luft und könnte tatsächlich wegweisend sein? Wir haben Experten befragt.




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