Social Media 30.07.2014, 08:15 Uhr

Instagram und Pinterest für Händler

Social Media ist mehr als nur Facebook. Auch ein Auftritt auf den Foto-Plattformen Pinterest oder Instagram kann sich für Online-Händler lohnen.
(Quelle: Shutterstock.com/BigLike Images )
Social-Media-Marketing wird immer wichtiger, und das aus gutem Grund: Ganze 78 Prozent der Internet-Nutzer in Deutschland besitzen ein Profil in sozialen Netzwerken. Kein Händler sollte sich die Chance entgehen lassen, seine Kunden auch über diese Kanäle zu erreichen. Und die Social-Media-Landschaft hat mittlerweile deutlich mehr zu bieten als den Platzhirsch Facebook.
"Facebook wird immer älter und gerade die jüngere Zielgruppe wendet sich anderen Netzwerken zu", betont Torsten Heinson, Geschäftsführer der Digital-Agentur Wunderknaben Kommunikation in Erkrath. Es lohnt sich also, neue Wege im Social-Media-Marketing zu gehen, und schon heute haben einige Händler You­Tube, Twitter oder Google+ für sich entdeckt.
Doch manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte - und genau an dieser Stelle setzen Plattformen wie Pinterest oder Instagram an. "Die bildlastigen Netzwerke eignen sich besonders gut, um emotionale Facetten zu zeigen oder um eine emotionale Nähe und Bindung zum Kunden herzustellen", argumentiert Heinson. Gerade deshalb scheint Instagram immer mehr ein Muss für Advertiser zu werden.
Bei Pinterest wie auch bei Instagram ist es mit wenigen Klicks möglich, Unternehmens-Accounts anzulegen, die im Übrigen kostenlos sind. Der Social-Media-Experte warnt jedoch davor, einfach loszulegen und planlos Fotos hochzuladen. "Ausschlaggebend für den Erfolg des Auftritts ist eine vernünftige Content-Strategie", gibt er zu bedenken.
Zunächst müsse man sich darüber klar werden, was die Kunden grundsätzlich interessieren könnte, und einen spannenden Mix aus Infos und emotionalen Inhalten finden. Und: "Bei der Nutzung von Instagram und Pinterest ist Kreativität gefragt. Natürlich sollten Kampagnen oder Marketingaktionen einbezogen werden. Aber es bringt nichts, nur Werbeanzeigen zu verbreiten."

Zeigen, was man hat

Gerade Instagram wird derzeit noch überwiegend privat genutzt. Und genau darin liegt der Reiz: Händler haben hier die Möglichkeit sich, ihre Mitarbeiter und ihre Produkte  vorzustellen, Szenen aus dem Shop-Alltag oder Events fotografisch festzuhalten und sich eine Community aufzubauen.
Zudem können - wie bei Facebook - Bilder kommentiert, "geliked" und im Ideal­fall geteilt werden. Damit es dazu kommt, müssen die Aufnahmen allerdings nicht nur bei der Zielgruppe gut ankommen. Vielmehr müssen die Fotos zunächst einmal findbar sein, was durch eine Verlinkung von Schlagworten (Hashtags) erreicht wird. Weiterhin können Gewinnspiele oder Verlosungen die User zum Verbreiten von Bildern motivieren.
Pinterest wiederum hat zwar derzeit noch deutlich weniger Nutzer als Instagram, wird aber dennoch bereits von zahlreichen Unternehmen und Marken genutzt, um Produkte zu inszenieren oder die eigene Firmenkultur zu präsentieren. Der große Vorteil liegt darin, dass nicht nur eigene Bilder auf digitale Pinnwände hochgeladen werden können. Vielmehr ist es möglich, beliebig Fotos aus dem Internet zu "pinnen", wobei immer auf die Herkunfts-Website verlinkt wird. Geschickt genutzt kann Pinterest also dazu beitragen, die Bekanntheit des eigenen Online-Shops viral zu steigern und mehr Besucher anzulocken.
Egal, ob Instagram, Pinterest oder das klassische Facebook-Profil - für Händler ist ein Auftritt in sozialen Netzwerken nur dann sinnvoll, wenn sie die Kapazität haben, diesen konsequent zu pflegen. "Dazu gehört aber auch, selbst aktiv zu werden und die Inhalte von anderen Nutzern aufzugreifen. Es ist nicht damit getan, hin und wieder neue Beiträge hochzuladen", so Heinson.

Instagram und Pinterest im Schnellcheck

Instagram:
- Marktstart: Oktober 2010
- 200 Millionen Nutzer weltweit teilen täglich rund 60 Millionen Fotos.
- App für iOS, Android und Windows Phone; Profile können im Web abgerufen werden.
- Facebook übernahm Instagram im April 2012 für knapp 750 Millionen US-Dollar.

Instagram ist eine Mischung aus Microblog und Foto-/Video-Plattform. Mit der Sharing-App können quadratische Fotos und Videos erstellt, bearbeitet und mit Instagram-Nutzern oder anderen sozialen Netzwerken geteilt werden.
Pinterest:
- Marktstart: März 2010
- 70 Millionen Nutzer weltweit; davon sind 68 Prozent weiblich (Quelle: Leverage Media).
- App für iOS, Android; Web-Version verfügbar
- Beim Großteil der Inhalte handelt es sich um "gepinnte" Bilder von Websites.

Pinterest ermöglicht es den Nutzern, Bilder und Videos mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände zu heften, zu kommentieren und zu teilen. Jeder Beitrag wird mit seiner Herkunfts-Website verlinkt.
Wenn es übrigens um Kundenservice im Social Web geht, wünschen sich User eine persönliche und schnelle Beantwortung ihres Anliegens. Vor allem Frauen erwarten eine Resonanz innerhalb von 60 Minuten.



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