Pinterest-DACH-Chef 09.11.2015, 09:30 Uhr

Jan Honsel: "Kreative Inspirationen in großartige Momente umzusetzen"

Für wen lohnt sich der Einsatz von Buy Buttons und ist Pinterest tatsächlich ein Abverkaufskanal für jedes Unternehmen? INTERNET WORLD Business hat bei Pinterest-DACH-Chef Jan Honsel nachgefragt.
Jan Honsel, Country Manager Pinterest für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH)
(Quelle: Pinterest )
Herr Honsel, seit wann setzt Pinterest auf Buy Buttons beziehungsweise Buyable Pins?
Jan Honsel:
Pinterest hat die Buyable Pins im Juni 2015 in den USA eingeführt. Im Moment sind sie nur in den USA verfügbar aber wir haben vor, sie künftig auch international anzubieten.
Gibt es bereits Erfolge zu vermelden?
Honsel:
Buyable Pins sind eine der wichtigsten Funktionen, die sich die Nutzer von Pinterest gewünscht haben. Wir freuen uns daher sehr, dass wir damit das ideale Einkaufserlebnis aus der realen Welt - großartige, ausgewählte Produkte zu entdecken - mit dem Besten zusammenbringen können, was die Online-Welt zu bieten hat, nämlich Geschwindigkeit und Komfort. Seit dem Launch auf Pinterest, sind mehr als 30 Millionen Buyable Pins mit Tausenden von Produkten verfügbar gemacht geworden und wir werden die gewonnenen Erfahrungen nutzen, um das bestmögliche Erlebnis zu schaffen.
Welche Unternehmen nutzen Pinterest als Verkaufskanal?
Honsel:
In den USA gibt es Tausende von Händlern, die in den verschiedenen Pinterest- Kategorien Millionen von Einzelprodukten verkaufen. Zu den Marken, bei denen man in den USA im Moment kaufen kann, zählen beispielsweise Macy’s, Neiman Marcus und Nordstrom, Händler die Demandware nutzen wie etwa Michaels und Gardener’s Supply Company, sowie Tausende von Shopify-Stores wie Poler Outdoor Stuff und SOBU.
Und was das Wichtigste ist: Es geht dabei nicht nur darum was Sie kaufen, sondern darum, was Sie daraus machen. Das Spannende an diesem Launch ist für uns, dass wir den Pinnern helfen, ihre kreativen Inspirationen in großartige Momente im wirklichen Leben umzusetzen - ob sie nun mit der Familie einen Campingausflug machen, Freunde zu einem Fest einladen oder einen neuen Look für sich entdecken.

Der doppelte Push-Effekt im Abverkauf

Haben die Gewinne aus den Buyable Pins bereits eine signifikante Höhe erreicht?
Honsel:
Derzeit monetarisiert Pinterest die Buyable Pins nicht.
Ist Pinterest in den deutschen Marketing-Abteilungen bereits angekommen?
Honsel:
Ja, definitiv. Zwei Drittel der Inhalte die auf Pinterest gepinnt werden, stammen ursprünglich von Unternehmens-Websiten wie zum Beispiel von einem Händler, Blog- oder Medienpartner. Damit sind Marken ein wesentlicher Teil der Entdeckungsreise auf Pinterest. In Deutschland arbeitet Pinterest derzeit mit einer Reihe von Marken wie Maggi, Dr.Oetker, mytheresa, Zalando und Otto, sowie mit zahlreichen Verlagen, darunter Burda, Bauer, G+J, Axel Springer und Condé Nast daran, langfristige Beziehungen aufzubauen.

Reisen, Mode, Essen und mehr: Pinterest feiert seinen ersten Geburtstag in Deutschland. INTERNET WORLD Business zeigt die Top Ten der Pins, die 2014 in Deutschland geposted wurden.

Vor kurzem veröffentlichte Pinterest seine Kooperation mit EatSmarter, um zu zeigen, wie es der Marke gelang, mit ihrem reichhaltigen Content über Pinterest das Nutzer-Engagement zu vergrößern. Diese Marken und Verlage erreichen Zielgruppen auf neue und wirkungsvolle Weise durch großartige Inhalte, die die Menschen in Deutschland interessieren.
Wie funktionieren Buyable Pins als Marketing-Tool?
Honsel:
Unser Werbeprodukt heißt Promoted Pins und wurde Anfang des Jahres in den USA eingeführt. Promoted Pins versetzen Marken in die Lage, die Reichweite ihrer organischen Pins zu vergrößern, indem sie sie mehr Menschen zeigen. Wenn Pinner neue Dinge entdecken ist es zweifellos von Vorteil, Kontakt zwischen Pinner und Werber herzustellen. Die Pinner bekommen die Möglichkeit von einem Pin weiterzuklicken, wenn sie mehr über ein bestimmtes Produkt erfahren möchten.
Die Werber wiederum können mit ihren Kampagnen direkt Zielgruppen ansprechen, die bereits eine Vorliebe für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung zeigen oder wahrscheinlich eine solche Vorliebe haben. Pinterest glaubt, dass das Ertragsmodell auf Basis von Werbung durch Promoted Pins die Pinner befähigt, auf Produkte zuzugreifen, die sie potenziell interessieren. Und da alle Pins beworben werden können, könnte man mit unserer Infrastruktur auch Buyable Pins bewerben und kaufbare Produkte mit den Nutzern verbinden, die solche Produkte suchen.

Der Buyable Pin als Shopping-Guide

Für welche Unternehmen sind Buy Buttons oder Buyable Pins (zum Beispiel bei Pinterest) als Marketing-Instrument interessant?
Honsel:
Die Pinterest-Nutzer verwenden unsere Plattform, um Dinge zu entdecken, zu speichern und im Idealfall offline umzusetzen. Buyable Pins helfen den Marken, die Menschen und potenziellen Kunden durch diesen Prozess zu führen: Sie können Inhalte zur Verfügung stellen die Nutzer entdecken, auf einer ihrer Pinnwände pinnen und letztlich kaufen können - das wäre dann das "Umsetzen". Da Menschen ganz unterschiedliche Interessen haben und entsprechende Produkte brauchen, um diesen Interessen nachzugehen, gibt es im Grunde keine Begrenzung im Hinblick auf die Unternehmen/Marken, für die Buyable Pins interessant sind.
Warum lohnt sich der Einsatz der Buyable Pins?
Honsel:
Buyable Pins geben Marken die Möglichkeit, ihre Produkte über einen zusätzlichen Vertriebskanal zu vertreiben und zu präsentieren. Einen Kanal, der von Nutzern verwendet wird, die sich aktiv für die Marken und Produkte interessieren die ihnen gefallen und die sie auf Pinterest pinnen. Letztendlich ist es für einen Verkäufer immer wertvoll dort zu sein (das heißt örtlich und zeitlich), wo seine bestehenden oder potenziellen Kunden sind.
Welche Kosten fallen bei der Implementierung an?
Honsel:
Bei der Implementierung von Buyable Pins fallen keine Kosten oder Gebühren an und Pinterest erhält über die Buyable Pins auch kein Geld oder Provisionen.
Was passiert, wenn der Nutzer auf den Pin klickt?
Honsel:
Wenn ein Nutzer ein gepinntes Produkt findet, das er kaufen möchte, klickt er auf "Buy it" (kaufen) und bezahlt mit Apple Pay oder einer Kreditkarte direkt in der App. Blau bedeutet kaufen. Wann immer der Nutzer also auf dem iPhone oder iPad ein blaues Preisschild sieht, muss er nur ein paarmal tippen, um das betreffende Produkt zu kaufen. Wenn der Nutzer seine persönlichen Daten einmal eingegeben hat, speichern wir sie, sodass er dies beim nächsten Mal nicht mehr tun muss. Noch ein paar weitere Klicks und schon ist das gekaufte Produkt auf dem Weg.



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