Burda streicht Stellen bei sevenload 14.03.2011, 16:59 Uhr

Entlassungen nach Übernahme

Im Dezember vergangenen Jahres hat Burda die Mehrheit am Videonetzwerk sevenload übernommen: Drei Monate später wurde mehr als 20 der 70 Mitarbeiter gekündigt.
Burda streicht Stellen bei sevenload
Die Entlassungen wurden zwar Anfang März verkündet, aber erst heute bekannt, als einige der Betroffenen ihre Suche nach einem neuen Job über soziale Netzwerke wie Twitter und Xing offiziell gemacht haben.
Burda begründete die Entlassungen gegenüber internetworld.de damit, dass sevenload seinen strategischen Schwerpunkt auf den deutschen Markt und nicht auf das Auslandsgeschäft lege. Der damit verbundene Personalabbau werde "bedauert", heißt es in einer Stellungnahme. Für die ausscheidenden Mitarbeiter werde nach Alternativen innerhalb des Konzerns oder bei den anderen Beteiligungen gesucht. Das Kernteam um Geschäftsführer Andreas Heyden soll sich künftig um den Ausbau der Videoplattform in Deutschland und der Schweiz kümmern und dafür weiterhin Wachstumskapital erhalten.
Der Fokus auf das Inland erklärt allerdings nicht, warum auch Stellen eingespart werden, die fürs Deutschlandgeschäft wichtig sind - darunter die des Pressesprechers. Wer die Aufgaben von Mike Schnoor übernehmen wird, der bislang die PR verantwortete, steht Unternehmensangaben zufolge noch nicht fest. Auch Jodok Batlogg, der erst im Oktober vergangenen Jahres als Chief Technical Officer (CTO) von den VZ-Netzwerken zu sevenload gewechselt war, bezeichnet sich seit heute in seinem Xing-Profil als "frei".
Am 17. Dezember 2010 hatte die Burda-Tochter DLD Ventures die Anteile des T-Online Venture Funds übernommen und hält seitdem die Mehrheit an sevenload. Im Zuge dessen veränderten sich Geschäftsführung und Aufsichtsrat: Heyden übernahm die alleinige Geschäftsführung von Axel Schmiegelow, der in den Aufsichtsrat wechselte. Außerdem trat Jörg Lübcke, Geschäftsführer Burda Digital, neben Marcel Reichart in den Aufsichtsrat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
An sevenload beteiligt ist neben DLD Ventures auch die dw capital gmbh von denkwerk, dort ist Schmiegelow ebenfalls Geschäftsführer. Weitere Anteile halten Media Ventures GmbH (Dirk Ströer) und Privatinvestoren wie Martin Varsavsky.



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