Nutzerschwund 16.08.2019, 10:26 Uhr

Immer weniger jüngere Nutzer bei Facebook

Der Trend war schon lange klar, jetzt gibt es dazu auch Zahlen: Facebook wird zum Altersheim. So sieht es die Jugend, die in Scharen auf andere Plattformen abgewandert ist. Facebook muss sich auf Nullwachstum einstellen.
(Quelle: shutterstock.com/OlegDoroshin)
Die Altersgruppe der jüngeren Internet-User wendet sich von Facebook ab. Das Analyseunternehmen eMarketer hat sowohl in Frankreich als auch in Deutschland festgestellt, dass sich das Wachstum der Facebook-Nutzungszahlen verlangsamt, da jüngere Nutzer auf andere Plattformen wechseln. Mit Konsequenzen für die Wachstumsprognosen: Das gesamte User-Wachstum für die Plattform wird in beiden Ländern abflachen.
So erwartet eMarketer im Jahr 2019 nur ein Wachstum von 0,1 Prozent bei der Gesamtzahl der Facebook-Nutzer in Deutschland. Mit einem prognostizierten Zuwachs von 20.000 Nutzern steigt die Zahl aller Nutzer auf 26,8 Millionen. Gleichzeitig soll die Anzahl der Nutzer unter 35 Jahren im Jahr 2019 um 2,2 Prozent sinken. Hier geht es vor allem um die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen, die sich im Jahresvergleich um 9,1 Prozent verkleinern wird - ein Verlust von rund 170.600 Nutzern in dieser Altersgruppe.
Der Nutzerschwund aus der Gruppe der jugendlichen Facebook-User soll laut eMarketer auch in den kommenden Jahren anhalten. Bis 2023 wird der Anteil dieser Nutzergruppe in Deutschland auf etwas mehr als ein Drittel sinken. 
Die Wachstumszahlen bei Facebook nach Altersgruppe
Quelle: eMarketer.com
Bei älteren Nutzern ist Facebook zwar nach wie vor beliebt, doch laut eMarketer wird der Zuwachs bei der Altersgruppe der Über-35-Jährigen nicht in der Lage sein, die von den abwandernden jugendlichen Usern hinterlassene Lücke zu schließen. So werde im laufenden Jahr die Zahl der Facebook-Nutzer ab 35 Jahren nur um 2,6 Prozent zunehmen. Im Vorjahr hatte die Wachstumsrate in dieser Nutzergruppe noch 4,7 Prozent betragen. 

Von Facebook zu Instagram übergelaufen

"Die gute Nachricht für Facebook ist, dass Instagram zumindest einige der verlorenen Facebook-Stammnutzer in Frankreich und Deutschland aufnehmen wird“, so Jasmine Enberg, Senior Analyst bei eMarketer. "Die Frage ist, ob Instagram die Verluste von Facebook wieder wettmachen kann. Konkurrierende Plattformen wie Snapchat diversifizieren ihre Dienste und andere digitale Unterhaltungsoptionen, einschließlich Video und Messaging, und ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit der Verbraucher an.“
In Frankreich verläuft die Wachstumsentwicklung übrigens ähnlich. Auch dort verlassen die jüngeren Nutzer die Plattform. Insgesamt wird sich auch dort der Rückgang der Nutzerzahlen bis 2023 fortsetzen und schließlich auf 27,9 Millionen sinken.
Bisher haben sich die demographischen Verschiebungen bei Facebook noch nicht im Umsatz bemerkbar gemacht. Der aktuelle Finanzbericht verzeichnete einen Gewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar.



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