Pontifex-Statistik 12.02.2013, 12:20 Uhr

Der Papst-Rücktritt im Social Web

Gestern zur Mittagszeit wurde offiziell bekannt gegeben, dass Papst Benedikt XVI. zurücktreten wird. Laut dem Berliner Monitoring-Unternehmen Ubermetrics Technologies stieg die Tweet- und Facebook-Posting-Frequenz zum Thema daraufhin auf ein Vielfaches an.
Der Papst tritt zurück - klar, dass das im Internet hohe Wellen schlägt. So wurde der Papst gestern innerhalb einer Stunde öfter auf Twitter und Facebook erwähnt als sonst in einem ganzen Monat. Ubermetrics Technologies, ein Unternehmen für Medienbeobachtung und Social Monitoring, hat untersucht, wie oft die Keywords "Papst" und die englische Entsprechung "Pope" nach der Bekanntgabe im Netz auftauchten.
Insgesamt wurden am gestrigen Montag zwischen 11.00 und 24.00 Uhr rund 349.000 Treffer zu "Papst" und "Pope" im gesamten Web gefunden, davon circa 325.000 Treffer in Facebook und Twitter. Die Gesamtzahl der Twitter-Posts beläuft sich auf etwas mehr als 230.000, die Zahl der öffentlichen Posts auf Facebook auf mehr als 95.000. Zwischendurch wurden auf Twitter und Facebook Spitzenwerte von 6,6 Tweets beziehungsweise 3 Beiträgen pro Sekunde gemessen. Zum Vergleich: An "normalen" Tagen gibt es etwa 140 Tweets beziehungsweise 9 Beiträge pro Stunde zum Thema "Papst".
Der päpstliche Twitter-Account @Pontifex erhielt in der vergangenen Woche täglich durchschnittlich 4900 Mentions, also öffentliche Twitter-Erwähnungen an einen Account. Seit gestern der Rücktritt des Papstes bekannt geworden war, waren bis 17.00 Uhr schon mehr als 7500 Mentions an den Account @Pontifex zu lesen gewesen. Bis 24.00 Uhr hatte sich diese Zahl mehr als verdoppelt.
In den angesagten Twitter-Themen für Deutschland hielten sich den ganzen Tag die Schlüsselwörter #Papst und #Benedikt. Nur der Hashtag #Rosenmontag konnte dem Vatikan-Thema Konkurrenz machen. International kam der Hashtag #BenedictoXVI erst später in die angesagten Themen auf Twitter, man kann hier eine Verzögerung von einigen Stunden beobachten. Das könnte zurückzuführen sein auf die Zeitverschiebung zwischen Europa und dem US-amerikanschen Raum, allerdings auch auf weniger internationales als deutsches Interesse am päpstlichen Geschehen: Aus den weltweiten Top-Themen war der Papst am Abend schon wieder verschwunden.
Thomas Lindner, Gründer von uberMetrics Technologies, hat den Rücktritt des Papstes analytisch begleitet: "An diesem Beispiel erkennt man gut die Viralität in der modernen Kommunikationsgesellschaft, auch wie schnell und mit welchem Volumen sich Nachrichten verbreiten können. Diese Mechanismen zu verstehen ist enorm wichtig für Unternehmen. Ein gutes Media Monitoring ermöglicht es, ein PR-Disaster oder sogenannte ‚Shitstorms’ früh genug zu erkennen und abzuwenden."



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