Michael Pietsch von Facebook 06.03.2019, 14:30 Uhr

"Für mich sind Messenger der One-Stop-Shop"

Michael Pietsch von Facebook kümmert sich um die Performance der führenden E-Commerce-Kunden im sozialen Netzwerk. Uns hat er verraten, worauf es ankommt und was als nächstes kommt.
Michael Pietsch ist Head of Strategic Partners E-Commerce, DACH bei Facebook
(Quelle: Facebook )
Michael Pietsch ist Head of Strategic Partners E-Commerce, DACH bei Facebook. Mit seinem Team betreut Pietsch die großen und führenden E-Commerce-Kunden wie Amazon, Rocket Internet oder Zalando und hilft ihnen auf der strategischen und taktischen Ebene. Automation, Personalisierung und kreative Skalierbarkeit sind aktuell die herausragenden Themen. Zu diesen Themen und den Chancen für Werbungtreibende haben wir mit Michael Pietsch gesprochen.
Facebook unterscheidet sich in seiner Nutzbarkeit für Werbungtreibenden von anderen Kanälen. Welche Vorteile bringt das Werben über dieses Netzwerk mit sich?
Michael Pietsch:
Ein großer Vorteil für Werbetreibende auf unserer Plattform ist, dass sie über einen zentralen Punkt Menschen nicht nur über Facebook, sondern auch über Instagram, Messenger und das Audience Network erreichen. So sind sie immer ganz nah an ihren Kunden und können an verschiedenen digitalen Kontaktpunkten mit ihnen interagieren. Natürlich ist die Art, wie Menschen auf Facebook, Instagram oder dem Messenger kommunizieren, unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen aber, dass sie sich auf allen diesen Plattformen mit den Marken und Unternehmen verbinden und austauschen, die sie interessieren. Sie tauschen sich in Facebook-Gruppen zu aktuellen Themen aus, suchen auf Instagram nach Inspiration von ihren Lieblingsmarken und treten im Messenger mit Unternehmen in direkten Kontakt, um Feedback abzugeben oder Hilfe beim Kauf einzuholen. Nirgendwo sonst können Werbetreibende in einem derart persönlichen Umfeld mit einer solchen Präzision und hochqualitativen, nativen Formaten werben.
Wie werden Anzeigen auf Facebook in den Austausch mit der Community einbezogen?
Pietsch: Das Stichwort lautet hier: Messaging. Für mich sind Messenger der One-Stop-Shop, wo Unternehmen Awareness aufbauen, dann mit Marketing die Kundenbeziehung bis zum Kauf vorantreiben und nach dem Kauf den Kundenservice umsetzen können. Über eine Anzeige im Feed, Stories oder in der Messenger Inbox können Interessierte mit nur einem Klick eine Unterhaltung mit dem Unternehmen starten, Fragen zum angebotenen Produkt stellen und im Optimalfall auch direkt den Kauf abwickeln. Sind anschließend noch Fragen offen, können diese ebenfalls im Messenger geklärt werden. Hierbei können gezielt Chatbots eingesetzt werden, die die Customer Journey ohne einen Bruch weiterführen und bei anspruchsvollen Fragen an einen menschlichen Experten weiterleiten.
Facebook wirbt damit, Reichweiten von Profilen, Posts und Anzeigen genau auf spezielle Zielgruppen auszurichten. Wie funktioniert das?
Pietsch: Die Basis ist unsere zentrale Werbeplattform, die zielgerichtetes Marketing über unsere gesamte App-Familie und mit dem Audience Network auch darüber hinaus ermöglicht. Die Targeting-Optionen sind dabei über alle Kanäle hinweg konsistent und haben eine hohe Genauigkeit. Werbetreibende können ihre Zielgruppen nach Alter und Geschlecht, sowie nach Interessen, Verbindungen oder Nutzungsverhalten auswählen. Hier ist Relevanz das entscheidende Kriterium. Denn nur wenn eine Botschaft relevant ist, wird sie auch eine Werbewirkung entfalten können. Wir finden hier eine Balance zwischen branchenführenden Lösungen für Werbetreibende und dem Schutz der Privatsphäre für die Menschen auf Facebook. Wir teilen zu keinem Zeitpunkt persönliche Informationen. Das müssen wir auch nicht, denn für Werbetreibende sind die erzielten Ergebnisse entscheidend, wie die Steigerung der Abverkäufe. Diese stellen wir aggregiert und anonymisiert zur Verfügung. So stellen wir sicher, dass Anzeigen auch genau die Menschen erreichen, die sie erreichen sollen, ohne die Privatsphäre unserer Nutzer einzuschränken.
Michael Pietsch ist Keynote-Speaker der Facebook World Conference am 13.03.2019 in München. Wer kein Ticket zur Fachkonferenz hat, kann jetzt noch eines der letzten ergattern: Alle Informationen, Programm und Buchung unter www.facebookworld-conference.de
Quelle: Internet World Business

Werbeoptionen über Stories und Facebook-Gruppen

Business-Profile können sich nun auch im Stories-Format einbringen und Mitglieder in Facebook-Gruppen werden. Ergeben sich auch hier Werbeoptionen?
Pietsch: Kein anderes Format entwickelt sich derzeit so rasant wie Stories. Egal ob auf Facebook, Instagram, Messenger oder sogar auf WhatsApp. Hunderte Millionen Menschen nutzen das Format jeden Tag. Auch für Marken sind Stories daher eine großartige Chance, potentielle Kunden zu erreichen. Ob Awareness, Consideration oder Konversionen - Stories und Stories Ads können beim Erreichen verschiedener Ziele entlang des gesamten Marketing Funnels unterstützen. Dies gelingt jedoch nur, wenn Werbetreibende dabei auch die kreative Herausforderung von Stories annehmen und entsprechend kurze, vertikale Videos erstellen. Auf Instagram sind Stories sogar "shoppable" und können Kunden bis zum Kaufabschluss führen.
Gruppen sind eine Chance für Marken, in den Dialog mit ihren Kunden und Fans zu kommen. Allerdings warne ich davor, sich einfach bestehenden Gruppen anzuschließen und dort Marketing betreiben zu wollen. Eine gute Idee ist beispielsweise der Aufbau einer eigenen Marken-Community. Menschen tauschen sich gerne aus und bilden Gemeinschaften zu ihren Vorlieben und Interessen. Wenn ich als Marke an einem ehrlichen Dialog interessiert bin, ist das eine großartige Chance für mich.

Facebook befindet sich in einem dauerhaften Wandel. Was aber kommt als nächstes?
Pietsch: Bei Stories sind wir noch lange nicht am Ende angekommen. Dort werden wir in den nächsten Monaten beeindruckende Kampagnen sehen. Augmented Reality wird nicht nur das Marketing, sondern auch die Art, wie wir einkaufen, verändern. Über die Verbindung von echter und virtueller Realität lassen sich ganz neue Erlebnisse schaffen. Das haben wir bereits zum Start der ersten AR Ads auf unserer Plattform gesehen. Michael Kors hat zum Beispiel eine interaktive Anzeige erstellt, die dem Kunden ermöglichte, verschiedene Sonnenbrillen anzuprobieren. Mit unserer hauseigenen Plattform Spark AR werden in Zukunft noch mehr Werbetreibende die Möglichkeit haben, AR in ihr Marketing einzubinden.
Und schließlich werden wir unseren Werbekunden dabei helfen, die hohe Effizienz von personalisierten Werbebotschaften auch skalierbar nutzen zu können. Automation wird daher bei unseren Kunden das bestimmende Thema sein. Dabei diskutieren wir eine sehr weite Palette angefangen bei Targeting- und Bidding-Lösungen bis hin zur Creative-Automation. Machine-Learning und AI sind dabei keine Schlagworte mehr aus einer fernen Zukunft, sondern heute schon Realität. Wir arbeiten intensiv daran, diese Lösungen allen Werbetreibenden zur Verfügung zu stellen.



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