Online Marketing Rockstars 2013 25.02.2013, 08:42 Uhr

Facebook-Update von Scott Woods

Große Geheimnisse verriet Scott Woods, Deutschland-Chef von Facebook, auf den Online Marketing Rockstars vergangenen Freitag zwar nicht - dafür gab er einen kurzen und bündigen Einblick in die aktuelle Marketing-Strategie des größten sozialen Netzwerks. Die drei Keywords dabei: News-Feed, Mobile und Targeting.
"It’s all about the Right-Hand Side": Für die meisten User und Werbungtreibende beschränkt sich die Welt des Online Marketings auf Facebook momentan hauptsächlich auf die rechte Sidebar, erklärte Scott Wood, Deutschland-Chef von Facebook, vergangenen Freitag auf den Online Marketing Rockstars in Hamburg. Das heißt im Umkehrschluss: Aktuell bleibt noch viel Werbeplatz einfach ungenützt. Und das möchte Facebook ändern.
Daher lautet das Zauberwort in puncto Marketing und Zukunftsstrategien für das soziale Netzwerk nach Woods: News-Feed. Der eigene Nachrichten-Stream soll sich zum zentralen Kernstück der Werbestrategie entwickeln - und nicht nur Facebook dabei helfen, das Anzeigenproblem in den Griff zu bekommen. Denn, wie Woods in seinem knapp 15-minütigen Vortrag auf der Konferenz für Online Marketing den rund 1200 Zuhörern erklärte, würden Anzeigen in News-Feeds vor allem Werbungtreibenden große Vorteile bringen. Stichwort: Mobile.
Denn Facebook sei inzwischen vor allem eine "Mobile Community", so Woods. Während das Netzwerk im April 2012 noch keinen einzigen US-Dollar mit Paid Impressions im Mobile Bereich verdienen konnte, erhöhte sich dieser Anteil im vierten Quartal 2012 bereits auf 23 Prozent.
Das Problem bei Anzeigen auf der rechten Sidebar ist allerdings, dass diese auf mobilen Endgeräten aus Platzgründen schlichtweg nicht angezeigt werden. Der News-Feed hingegen bleibt allerdings erhalten. Facebooks aktuelles sowie zukünftiges Marketing-Projekt sieht daher die Verbindung von Newsfeed und Mobile als grundlegend an.
Der dritten Schlüssel zum Marketing-Erfolg ist nach Woods das Targeting. So soll es Werbungtreibenden in Zukunft einfacher gemacht werden, ihre Zielgruppen durch die bessere Einbindung von Facebook-externen Nutzerdaten gezielt zu erreichen.
Wenig überraschend: Einen konkreten Termin nannte Woods dabei nicht, die Veränderungen sollen schrittweise in den nächsten Monaten beziehungsweise im Laufe des Jahres vorgenommen werden. Ebenso wenig verwunderlich: In der anschließenden offenen Fragerunde, geleitet durch Luis Hanemann von Rocket Internet, gab sich Woods auf die wenigen kritischen Fragen recht zurückhaltend. So gibt es für den Deutschland-Chef keine aussagekräftigen Zahlen, die für ein, dem Netzwerk oft unterstelltes Generationen-Problem sprechen würde. Für ihn gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sich gerade die junge Zielgruppe aufgrund der zunehmenden "Spam-Problematik" durch Sponsored Stories auf den mobilen Geräten von der Plattform zurückziehen würden. Woods räumte lediglich ein, dass ein Trend hin zu kleinen Gruppen feststellbar sei. Diese würden sich aus der "Facebook-Öffentlichkeit" zurückziehen und sich eher intern um einen eigenen sozialen Austausch bemühen.
Aber immerhin: Als ein Zuhörer auf den hierzulande mangelhaften Customer Support zu sprechen kam, gestand Woods, diesbezüglich bislang eine "relativ schlechte Kommunikation" gepflegt zu haben und versprach, das Team bald möglichst deutlich ausbauen zu wollen.



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