Chuck Norris kämpft gegen Facebook-Wurm 29.04.2011, 10:30 Uhr

Anti-Bewegung im sozialen Netzwerk

Chuck Norris zeigt es einmal mehr allen. Der bärtige Texas Ranger, Kampfkunst-Meister und Held der Achtzigerjahre, dessen legendärer Roundhouse-Kick die Säulen der Erde erzittern lässt, ist der einzige, der sehen kann, wer auf deinem Facebook-Profil war. Das zumindest suggeriert eine Fansite, die in wenigen Tagen fast 200.000 Fans gewonnen hat.
Chuck Norris kämpft gegen Facebook-Wurm
Die User sind frustriert, denn über die Ostertage wurde das weltgrößte soziale Netzwerk von einer Spam-Welle überflutet. Ein Wurm, der User damit ködert, ihnen zu zeigen, wer ihr Profil auf Facebook besucht hat, lockte bereits eine Million User in die Falle.
Die Funktion, die es sowohl im Business-Netzwerk Xing als auch in den VZ-Netzwerken gibt, fehlt bislang auf Facebook. Offenbar ist das Interesse daran aber riesig. Mit dem Satz „Wow, jetzt kannst du sehen, wer sich dein Profil ansieht“ wurden die User angelockt und klickten auf einen Link, der vorgab, ihre Facebook-Stalker zu identifizieren. Dabei handelt es sich jedoch um Schadsoftware.
In der Folge wurde die Lockbotschaft vom eigenen Profil aus per Statusnachricht und sogar über die Chatfunktion an alle Freunde weitergeleitet. Das erklärt den großen Erfolg dieses Angriffs, denn gewöhnlich wird Links, die von befreundeten Usern kommen, vertraut. An diesem Fall wird das Gefahrenpotenzial solcher Angriffe über Social Media deutlich. Durch das Annehmen der App haben die User dem Angreifer den Zugriff auf das eigene Profil ermöglicht. Er erhält sensible Nutzerdaten, die sowohl für weitere Angriffe als auch für Werbespam genutzt werden könnten.
Wurmkur für Facebook
Das Entfernen des WOW-Wurms ist verhältnismäßig leicht: Betroffene User sollten einfach sämtlich Posts des Wurm auf ihrer Pinnwand, in den Veranstaltungen und in ihren Profilinformationen löschen.
Der WOW-Wurm ist nicht der einzige, der auf Facebook inzwischen sein Unwesen treibt. Zahlreiche ähnliche Attacken hielten zuletzt das soziale Netzwerk in Atem. Ihre Versuche sich und die eigenen User vor solchen Angriffen zu schützen, sind bislang kaum erfolgreich, schließlich nutzen die Schädlinge eine elementare Funktion des Netzwerks. Zwar unterbindet Facebook das rasche Versenden von Massenposts an nicht befreundete User, für Benachrichtigungen an Freunde gibt es diese Beschränkung jedoch nicht. Wie ein funktionierender Schutz aussehen könnte, bleibt weiterhin unklar.



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