Fraud Accelerator: Wie sich Influencer-Fake gegenseitig hochschaukelt

Social-Media-Reichweiten-Fake ist ein Kinderspiel

Anscheinend ist vielen Unternehmen immer noch nicht klar, wie leicht und organisch wirkend sich die Reichweite auf Instagram manipulieren lässt. Selbst Mechanismen, um das gefälschte Wachstum organisch aussehen zu lassen, sind längst zum Standard geworden.
So werden Follower längst nicht mehr in einem Schwung hinzugefügt, sondern software-gesteuert über einen längeren Zeitraum verteilt. Auch das Boosting einzelner Posts gehört der Vergangenheit an. Per Abo werden automatisch alle neuen Beiträge mit genügend Herzen versehen. Selbst die gekauften Kommentare werden immer ausgefeilter und beschränken sich nicht mehr auf roboterhafte Floskeln wie "great post", sondern greifen auf ein deutlich variantenreicheres Set zurück. Nutzlos sind sie für die Unternehmen bleiben sie trotzdem.

Wie kommt man dem Fake bei

War es anfangs noch relativ leicht, Ungereimtheiten bei der Engagement-Rate oder plötzliche Reichweitensprünge der Influencer zu enttarnen, verschleiern künstliche Intelligenz und cleverer Reichweitenaufbau den Fake sehr geschickt.
Daher sollten Unternehmen sich die Influencer-Agenturen und Influencer sehr genau ansehen, mit denen sie zusammenarbeiten. Im Zweifel sollte den Influencern zunächst ein performance-abhängiger Deal angeboten werden, bei denen der tatsächliche Werbeerfolg gemessen werden kann. Das kann auch durch spezielle Gutscheincodes bei durch den Influencer durchgeführten Gewinnspielen passieren. Eventuell kann eine nachträgliche Erfolgsprämie vereinbart werden.
Selbstverständlich sollten die Verträge mit den Influencern so gestaltet werden, dass diese sich zu originärer Reichweite bekennen müssen. Dazu ist es ratsam, saftige Vertragsstrafen für unnatürlichen Reichweiten- und Like-Aufbau zu vereinbaren. Ansonsten gehören natürlich auch technologische Tools ins Standard-Repertoire von Werbetreibenden.

Influencer Marketing kann wirksam sein - wenn es sauber ist

Um es deutlich zu machen - es geht mir in keiner Weise um die Verteufelung des Influencer Marketings an sich. Richtig eingesetzt, handelt es sich für Werbetreibende um eine mächtige Waffe, um sich im Ozean der tausendfachen Werbebotschaften Gehör beim Konsumenten zu verschaffen.
Doch die Entwicklungen des Themas zeigen aktuell großenteils in eine falsche Richtung. Das zeigen auch die Auswüchse, wie sie die Posse um Social Media-Influencerin Elle Darby aufzeigt.
Und zum Abschluss noch ein Beispiel des WDR, dass die aktuelle Budgetverschwendung ebenfalls deutlich macht. Sauberes Influencer Marketing ist gutes Influencer Marketing…



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