Expert Insights 12.07.2016, 08:10 Uhr

Was können Bots? Test im Facebook Messenger

Mit der diesjährigen f8, Facebooks legendärer Entwicklerkonferenz, fing alles an. Offiziell wohlgemerkt. Halboffiziell, zumindest aber mit dem Segen von Facebook, gab es zuvor in Deutschland schon den Bild-Ticker.
Bild war mit ihrem Transferticker die erste deutsche Brand, die auf dem Facebook Messenger einen News-Bot realisieren durfte. Zwei Monate nach der f8 schaut es schon ganz anders aus. Inzwischen gibt es zahlreiche News- und Chat-Bots, die auch zu Business-Zwecken genutzt werden.
Aber sind sie auch hilfreich? Bieten sie uns Mehrwert? Oder ist es nicht vielmehr so, das sie uns schlicht nerven, weil sie ständig per Push-Benachrichtigung aufpoppen und bei kleinsten Fragen "Schluckauf" bekommen?
In der Folge stellen wir einige Beispiele von Messenger-Bots vor, die wir getestet haben.
Wir beginnen mit den drei Bots, die von Facebook gefeatured werden. Wie nicht anders zu erwarten, fielen die Urteile unterschiedlich aus.

CNN

Der CNN-Bot ist neben dem Poncho-Bot (Wetter) und dem Spring-Bot (Online Shopping) einer von drei von Facebook gefeatured-ten Bots auf dem Facebook Messenger. Egal mit wem man spricht, die meisten, die ihn anfangs abonniert hatten, waren ein wenig von ihm genervt und haben ihn wieder abbestellt. Inhaltlich wird das daran liegen, das die News weniger auf Europa oder gar Deutschland bezogen sind. Klar, geht es hier doch um World News. Aber eine wie auch immer geartete Personalisierung/Regionalisierung wäre von Vorteil.
Ansonsten erhalten Abonnenten einmal am Tag im Messenger eine Nachricht mit Attachement, das wiederum eine Auswahl von drei Artikeln beinhaltet. Unter jedem Artikel befindet sich die Auswahl zwischen "Read Story", "Stories for You" und "Ask CNN". Immer wenn der CNN Bot eine neue Meldung ausliefert, pusht er zugleich eine Benachrichtigung auf den Home Screen, die erneut kommt, wenn der Nutzer die Nachricht nicht abruft. So gehen im übrigen alle Chat- oder Newsbots auf dem Facebook Messenger vor.
Das Abonnement des CNN-Chatbots ist einfach. Man geht per Browser (mobile oder per Desktop) auf CNN.com. Dort sieht man zunächst noch keinen Hinweis auf den Facebook Messenger. Geht man aber direkt in einen Artikel (wie das Beispiel zeigt), sieht man sofort die Social Buttons, an deren erster Stelle das Messenger-Plugin steht.

Wird das angeklickt, öffnet sich ein kleines Pop-up, das es ermöglicht, in den Messenger zu wechseln. Dafür muss man sowohl mobil als auch via Desktop im Browser bei Facebook angemeldet sein. Das heißt für viele Nutzer, Mailadresse und Passwort eingeben zu müssen, obwohl sie die meiste Zeit in der App verbringen.
Warum dieser Schritt nicht userfreundlicher mit der Abfrage nach der Messenger App und der Option, diese direkt zu öffnen, bewältigt werden kann, leuchtet mir nicht ein.
Hat man den Schritt vollzogen, kommt sofort die Push-Benachrichtigung einer neuen Nachricht von CNN. Der Bot fragt sofort, was man zu dem ausgewählten Artikel wünscht (siehe oben). Kommuniziert man hier nicht weiter, meldet sich der Bot am nächsten Tag zur selben Zeit mit einer neuen Meldung, die thematisch nichts mit dem Erstling zu tun haben muss.Erst durch eine eigene Nachricht mit dem Inhalt "Stop" an den Bot wird das Abonnement umgehend beendet.
Urteil: Technisch weitgehend solide, inhaltlich keine Regionalisierung oder Personalisierung.



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