Social-Media-Check 23.04.2020, 11:05 Uhr

Corona-Krise: DHL größter Image-Gewinner - Adidas verliert Ansehen

Von allen DAX-30-Unternehmen vermittelt die Deutsche Post im Social Web während der Corona-Krise den besten Eindruck. Das zeigt eine Analyse von Vico Research & Consulting. RWE und Adidas indes erleiden aktuell einen Reputationsverlust.
(Quelle: shutterstock.com/nitpicker)
In Krisenzeiten zeigt sich meist, wer den Kundendialog wirklich verstanden hat. So auch in der aktuellen Corona-Krise. Unternehmen müssen sich derzeit nicht nur um wirtschaftliche und finanzielle Aspekte Gedanken machen, sondern auch dafür sorgen, dass der Kontakt zum Kunden bestehen bleibt. Gerade in Social Media eine Herausforderung.
Passend dazu hat Vico Research & Consulting zwischen dem 15. März und dem 15. April 2020 rund 210.350 deutschsprachige Beiträge zu den DAX-30-Unternehmen analysiert. Die Beiträge stammen aus Sozialen Netzwerken, (Micro-)Blogs, Video- und Bildportalen, Foren, Q&A-Portalen sowie News-Outlets.

DHL als Image-Sieger

Die Ergebnisse: Am besten kommt die Deutsche Post bei den Usern des deutschen Social Web an. Konkret fällt zwei Drittel der Online-Kommunikation (66 Prozent) zur Deutschen Post während der Corona-Pandemie positiv aus - das ist der beste Wert der Untersuchung. User loben das Unternehmen vor allem für die Unterstützung des lokalen Einzelhandels durch den Aufbau des Online-Angebotes und den Versand.
Ähnlich positiv wird Covestro von 60 Prozent der Nutzerstimmen diskutiert. Besonders gefiel den Usern die Spendenaktionen des Werkstoffherstellers zur Eindämmung der Pandemie.
 
Den drittbesten Wert der DAX-30-Unternehmen teilen sich Henkel und Siemens mit je 58 Prozent positiven Stimmen. Während Henkel durch die finanziellen Spenden sowie der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln überzeugte, ließ Siemens-Chef Kaeser verlauten, dass das Unternehmen genug Reserven habe, um die Krise gut zu überstehen und Entlassungen zu vermeiden. Außerdem wolle er für alle Mitarbeiter nach der Krise ein Fest als Dankeschön ausrichten. Beides kommt im Netz gut an.

Die Verlierer

Adidas und der Energiekonzern RWE kommen seit Ausbruch der Pandemie im deutschen Social Web nicht gut an und werden jeweils in 58 Prozent der Beiträge zum Unternehmen negativ diskutiert. Grund für den Unmut der User über RWE ist die geforderte Schließung der Kohlekraftwerke, da die Menschen durch erhöhte Krebsraten aufgrund der Emissionen anfälliger für Covid-19 seien. Adidas erfährt von den Usern hingegen negative Resonanz auf die Meldung, dass der Konzern für seine Filialen teilweise keine Miete mehr zahlen werde.
 
Auch BMW wird in einem Großteil der Beiträge negativ diskutiert. 55 Prozent der User teilen ihren Unmut darüber mit, dass beim Autohersteller trotz der Anmeldung von Kurzarbeit immer noch Dividenden ausbezahlt werden.

Am meisten diskutiert

Die meistdiskutierten DAX-30-Unternehmen im Netz sind Volkswagen und Lufthansa mit 15 und 14 Prozent aller analysierten Beiträge. Beim Wolfsburger Autokonzern wird größtenteils über die Gehälter der Chefs im Vergleich zu Pflegeberufen diskutiert.
Bei der Airline machen sich die Nutzer hingegen Sorgen um ihre zukünftigen Reisen, da Lufthansa momentan Verluste in Milliardenhöhe macht. Nicht nur kritisch, sondern auch viel diskutiert wird über den Adidas-Konzern, welcher mit neun Prozent für eine Menge Gesprächsstoff sorgt.
 
Ebenfalls unter den Top 5 der meistdiskutierten Unternehmen: Die Deutsche Telekom. Die User äußern sich insbesondere über ihre Datenschutzbedenken bei der Vermittlung anonymisierter Bewegungsdaten an das Robert-Koch-Institut. Informationen zur Corona-App der Telekom sowie zum zusätzlichen, kostenlosen Datenvolumen werden ebenfalls geteilt.



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