Datenweitergabe an Geofeedia 12.10.2016, 11:30 Uhr

Datenzugriff: Auch Facebook und Twitter gewährten Einblicke

Nicht nur Yahoo, auch Facebook, Instagram und Twitter sollen einem Entwickler einer Social Media-Überwachungssoftware Nutzerdaten zugänglich gemacht haben.
(Quelle: Shutterstock.com/Vasya Kobelev)
In der Kontroverse um den Zugang von Sicherheitsbehörden und -unternehmen zu Nutzerdaten von sozialen Medien gibt es nun auch Hinweise, dass nicht nur Yahoo Einblicke in die User-Konten gewährte. Nach Informationen der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU sollen auch Facebook und Twitter ihre Datenschutzaufgabe kompromittiert haben.
So sollen sowohl Facebook und das Tochterunternehmen Instagram, als auch Twitter Nutzerdaten dem Unternehmen Geofeedia zugänglich gemacht haben. Geofeedia soll nach Informationen von ACLU wiederum sein Social-Media-Monitoring-Produkt auch den Sicherheitsbehörden als Tool zur Überwachung von Aktivisten und Demonstranten angeboten haben.

Stöbern im Feed

Im Einzelnen habe beispielsweise Instagram dem Unternehmen Zugang zu seiner API gegeben, über die die Lokalisierungsdaten der eingestellten Beiträge von Nutzern abgerufen werden kann. Facebook erlaubte Geofeedia Zugriff auf seine Topic-Feed-Schnittstelle, über die beispielsweise vordefinierte Themen, Orte, Hashtags oder Anlässe im öffentlichen Feed aufgerufen werden können. Beide Unternehmen haben am 19. September 2016 Geofeedia diesen Zugriff jedoch wieder entzogen.
Twitter soll über ein Subunternehmen mit Geofeedia vereinbart haben, Geofeedia Suchzugang auf die öffentlichen Tweets auf seinem Portal zu erlauben. Auch Twitter soll jedoch mittlerweile die Kooperation eingestellt haben.
Über die Zugriffsmöglichkeiten auf die sozialen Feeds der genannten Unternehmen war es Geofeedia möglich, die öffentlichen Nutzerinhalte schnell und einfach durchzukämmen und seinen Kunden aus dem Sicherheitsbereich zur Verfügung zu stellen.
Yahoo war Anfang Oktober 2016 unter Druck geraten, nachdem eine Kooperation zwischen dem Internetunternehmen und den US-Sicherheitsbehörden bekannt geworden war. Die Enthüllungen sollen unter anderem nun auch Auswirkungen auf den möglichen Verkauf von Yahoo haben.

Facebook-Statement

Inzwischen äußerte sich auch Facebook zu den Vorwürfen:
"Dieser Entwickler hatte nur Zugang zu Daten, die Nutzer freiwillig öffentlich gemacht haben. Sein Zugang unterlag den Einschränkungen unserer Plattform-Policy, die genau vorgibt, was wir von Entwicklern erwarten, die Daten über die Facebook-Plattform erhalten. Wenn ein Entwickler unsere APIs auf eine Art und Weise verwendet, die nicht autorisiert wurde, werden wir zügig Maßnahmen ergreifen, um ihn zu stoppen. Zudem werden wir die Zusammenarbeit beenenden, falls nötig.“
Die Plattform-Policy für Entwickler untersagt diesen unter anderem Facebook-Daten zu verkaufen oder zu lizensieren. Zudem dürfen sie die Daten - egal welcher Art - keinen anderen Datenhändlern ohne Erlaubnis weitergeben.



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