Facebook-Algorithmus: Diese Faktoren beeinflussen das Newsfeed-Ranking

Die Faktoren, auf denen der Algorithmus aufbaut

Das Grundgerüst des Facebook-Algorithmus fußt auf drei Faktoren, die das Soziale Netzwerk auf seiner Entwicklerkonferenz "F8" vor nun mehr sechs Jahren bekannt gegeben hatte.

1. Affinity (dt. Verbundenheit)

Unter dem "Affinity-Score" bündelt Facebook alle Faktoren, die die Beziehung zwischen euch und anderen "Subjekten" auf Facebook (zum Beispiel Freunde oder Unternehmensseiten) beschreiben. Je häufiger ein Nutzer die Beiträge von einem Freund liked, kommentiert oder teilt - kurz gesagt: je häufiger man miteinander interagiert -, desto stärker ist für Facebook eure Beziehung. Die Interaktion ist das Maß, an dem der blaue Riese festmacht, wie interessant eine Seite oder eine Person für dich und deine Timeline sind.

2. Weight (dt. Gewichtung)

Für die Bedeutung eines einzelnen Posts zieht Facebook ebenfalls die Interaktionen heran. Dabei werden grundlegende Fragen gewichtet: Wie oft wurde der Beitrag kommentiert? Wie oft wurde er geliked oder sogar geteilt? Nicht zu vergessen: Wie oft wurde der Beitrag geklickt und wie ist das Verhältnis zwischen Klicks und Likes.
Eine geringe Klick-Like oder Klick-Share-Quote könnte beispielsweise ein Indiz dafür sein, dass die Überschrift eines Links mehr verspricht, als der Inhalt dahinter hergibt. Des Weiteren untersucht der Facebook-Bot, ob und wie viele Freunde mit einem Post einer anderen Seite interagiert haben.
Unabhängig von der Anzahl der Interaktionen analysiert der Facebook-Algorithmus aber auch das Verhalten jedes einzelnen Nutzers. Wenn User A) häufiger Bilder kommentiert, wird er auch öfters Bilder in seiner Timeline sehen, als beispielsweise User B), der sich nicht für Bilder interessiert aber dafür verstärkt mit Links interagiert. Ebenso zählt ein Kommentar einer Person, die einmal im Monat kommentiert, vermutlich stärker als der Kommentar einer Person, die jeden Tag 20 Kommentare schreibt.

London, Paris, Monaco: In einigen europäischen Hauptstädten kann das Wohnen und Leben sehr schnell richtig teuer werden. Aber haben diese Städte auch in Sachen Facebook-Werbung die Nase vorn?

3. Time Decay (dt. Verfallszeit)

Der dritte Einflussfaktor betrifft das Timing eines Postings. Erscheint es direkt nach dem Login eines Nutzers ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es angezeigt wird. Deshalb ist die Analyse des Seitentraffics via Analytics für Betreiber extrem wichtig. Für eine Seite, deren Nutzer primär nach 22 Uhr aktiv sind, ist es folglich vermutlich kontraproduktiv, jeden Tag den Beitrag um 8 Uhr morgens zu teilen.
Ob ältere Beiträge in der Timeline eines Nutzers erscheinen, der länger offline war, wird vom Algorithmus über die oben beschriebenen und weitere geheime Faktoren berechnet. Trotzdem gibt es auch hier ein Limit. Facebook möchte wichtige und vor allem aktuelle Nachrichten präsentieren. Meldungen, die eine Woche oder älter sind, haben daher kaum Chancen.

Weitere Einflüsse mit Relevanz

Wer nun glaubt, dass der Newsfeed-Algorithmus von Facebook sich nur aus diesen drei Faktoren zusammensetzt, der täuscht sich. Vermutlich gibt es Hunderte oder gar Tausende weitere Dinge, die den Aufbau der Timeline beeinflussen.
Eine Auswahl:
  • Bietet Inhalte an, die für eure Zielgruppe eine hohe Relevanz haben (Tipps für Facebook-Werbung sind für Kochschüler uninteressant).
  • Achtet auf eine sinnvolle Verteilung der Inhalte. Es ist nicht schlimm, wenn auf einer Seite pro Woche nur fünf Beiträge erscheinen. Es ist allerdings sinnvoll und wichtig, diese fünf Inhalte auf fünf Tage zu verteilen, anstatt alles innerhalb von zwei Stunden in die Weiten von Facebook zu schießen.
  • Analysiert die Zielgruppe und lernt ihre Verhaltensweisen kennen.
  • Statistik-Auswertung und A/B-Testing: Überprüft in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit eurer Maßnahmen. Warum wurden die Links letzte Woche mehr geklickt als diese Woche?
  • Seid variabel und sucht das richtige Format für die Inhalte, die zur Verfügung stehen. Ein Link-Post ist für eine Bildergalerie mit den Impressionen einer Veranstaltung womöglich die falsche Entscheidung. Vielleicht wäre ein Carousel Ad da sinnvoller ...
  • Die Zeit, die ihr (vor allem mobil) auf einem Post verweilt.



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