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Vorhang wird mit einer Hand aufgezogen

Neue Mitgliederprofile auf Xing Vorhang auf bei Xing

Das Ziel von Xing: Die berufliche Selbstdarstellung soll im eigenen Business-Netzwerk bleiben und nicht zu Facebook abwandern. Deshalb stellt das Unternehmen seinen Mitgliedern jetzt mehr Möglichkeiten zur Verfügung, sich dort zu präsentieren.

Der Lebenslauf als Text und Tabelle hat ausgedient – jedenfalls als einzige Form für Berufstätige, sich auf Xing darzustellen. Stattdessen wird das eigene Profil zum Schaufenster. Das ist vor allem für Freiberufler und all jene interessant, deren Berufstätigkeit nicht in den klassischen Bahnen der Festanstellung verläuft.

Erfolgreiche Projekte, Messe- und Veranstaltungsteilnahmen, zu vermarktende Produkte sowie Dienstleistungen lassen sich im neuen Profil umfangreich per Bild und Text präsentieren. Neu ist auch, dass User eigene Twitter- und Blog-Beiträge sowie ausgewählte Xing-bezogene Inhalte integrieren können. Darüber hinaus können Infos als PDF zum Download angeboten werden. Die unterschiedlichen Themenbereiche werden in fünf Reitern zusammengefasst. Prominent kann im Profil angezeigt werden, ob der Nutzer an Karrierechancen interessiert oder auf Jobsuche ist. Dabei hinterlegen Profilinhaber künftig Kriterien wie den gewünschten Arbeitsort und ihre Gehaltsvorstellungen. Wer seine Wechselabsichten nicht auch Chefs und Kollegen mitteilen möchte, kann diese Infos nur Recruitern anzeigen lassen.

Mit dem neuen Profil will Xing der Konkurrenz durch Facebook Einhalt gebieten. Produktvorstand Timm Richter: "Mit dem neuen Profil stellen wir Xing derart attraktiv auf, dass unsere Mitglieder auf allgemeine Websites zur beruflichen Selbstdarstellung verzichten können." Die Nutzer werden schrittweise auf das neue Profil umgestellt.

Frauen sind in dem Netzwerk weiterhin unterrepräsentiert, doch die weibliche Mitgliederbasis wächst stärker als die männliche. So waren 44 Prozent der Neu-Mitglieder im April 2013 weiblich, ein Anstieg um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Frauen nutzen somit Kontakte für den beruflichen Erfolg: Nachdem sie jahrelang nur rund ein Drittel der Mitglieder stellten, stieg die Zahl im deutschsprachigen Raum zuletzt auf 38 Prozent an. Allerdings sind Frauen schlechter vernetzt und weniger aktiv auf der Plattform als Männer. Sie haben weniger Kontakte und verknüpfen sich eher mit Kontakten auf gleicher Karrierestufe, während Männer sich bevorzugt mit Mitgliedern verbinden, die auf höherem Karrierelevel stehen als sie selbst.

Trotz der Konkurrenz durch Facebook und LinkedIn erwirtschaftet Xing gute Zahlen: Im ersten Quartal 2013 lag der Gesamtumsatz bei 19,6 Millionen Euro, das sind elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ebenfalls um elf Prozent stieg das operative Ergebnis, und zwar auf 5,3 Millionen Euro. Das Nettoergebnis lag mit 2,0 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Auch die Zahl der Mitglieder stieg weiter: Im deutschsprachigen Raum hat das Netzwerk nun mehr als 6,3 Millionen Mitglieder, weltweit sind es knapp 13,2 Millionen.

Ende Januar 2013 hatte Xing einen neuen Marktplatz für Jobangebote für Freiberufler eingerichtet. Außerdem hatte das Netzwerk sich mit Kununu eine Bewertungsplattform für Arbeitgeber zugelegt.

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